Simon Josef Marx

  • Geburtsdatum: 28.02.1896
  • Geburtsort: Solingen
  • Beruf: Bäcker
  • Wohnort:

    Felsenstraße 4a

  • Todesdatum: 08.11.1942
  • Todesort: Konzentrationslager Mauthausen

Simon Josef Marx wurde am 28. Februar 1896 als Kind der Eheleute Joseph und Sara Marx, geb. Berg, in Solingen geboren. Seine Großeltern väterlicherseits waren Moses und Regina Marx, gen. Wolf. Simons ältere Brüder Max und Julius war 1891 und 1893 noch in Bendorf geboren worden. Als die Brüder noch klein waren, 1899, starb die Mutter Sara. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof in Solingen bestattet.

Vermutlich nach dem Tod seiner Frau zog Josef Marx mit seinen drei kleinen Söhnen nach Elberfeld und betrieb dort eine Bäckerei in der Friedrichschulstraße 11, später in der Zollstraße 9.

Offenbar lebte hier auch seine Schwägerin, Emma Marx, geb. Lichtenstein. Sie starb im Februar 1932 und wurde auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg bestattet (Feld I, Reihe III).

Simon hatte das Handwerk des Vaters erlernt und betrieb in der Felsenstraße 4 eine Bäckerei.

In der Zeit des Nationalsozialismus erlitt die Familie die üblichen antijüdischen Schikanen. Im nationalsozialistischen „Boykottheft“ von 1935 wurde die Bäckerei des Vaters aufgeführt und ebenfalls der Name seines Bruders Julius mit dessen Berufsbezeichnung „Chemiker“ und der Adresse Schubertstraße 6 in Heckinghausen.

Simon Marx musste nun auch erleben, dass sein Bruder im Jahr 1937 wegen so genannter „Rassenschande“ verhaftet und vor Gericht gestellt wurde. Das Urteil lautete „Zwei Jahre Zuchthaus“, die er im Zuchthaus Lüttringhausen absaß. Im Jahr 1939 heiratete Julius Hanna Glasenapp (1889-1942).

Auch sein Bruder Max wurde nach einem Prozess wegen angeblicher „Rassenschande“ 1939 zu einer Haftstrafe verurteilt, die später in Konzentrationslagerhaft umgewandelt wurde. Er kam am 10. Dezember 1941 im Konzentrationslager Groß-Rosen um. Die Urne mit seiner angeblichen Asche wurde am 19. Januar 1942 im Grab seiner Tante Emma beigesetzt. Ungewiss ist, ob Simon Josef, sein Bruder Julius und der Vater dabei waren. Möglich war es.

Das Schlimmste für die Familie war aber sicherlich die Deportation von Julius, seiner Ehefrau und deren Schwester Käthe. Am 26. Oktober 1941 musste Simon sich von den Verwandten verabschieden, die in das Ghetto „Litzmannstadt“ (Łódź) deportiert wurden. Am 12. Mai 1942 wurden alle drei in die Vernichtungsstätte Chełmno gebracht und dort vermutlich sofort ermordet.

Auch Simon wurde verhaftet, und zwar am 8. Mai 1942. Man inhaftierte ihn zunächst im Polizeigefängnis Wuppertal und verbrachte ihn am 26. Oktober 1942, genau ein Jahr nach der Deportation seines Bruders Julius, in das Konzentrationslager Mauthausen, wo er schon am 8. November 1942 umkam, ob durch Erschöpfung wegen der schweren Zwangsarbeit, die die Häftlinge dort verrichten mussten, oder brutale Gewalt, ist nicht sicher zu sagen.

Er wurde 46 Jahre.