Edith Adler
Edith Adler wurde am 14. Januar 1919 als jüngstes von drei Kindern der Eheleute Regina Rifka, geb. Daniel und Max Meier Adler in Elberfeld geboren.
Ihre Eltern waren mit der ältesten Tochter Adele, geboren 1911, aus Zell an der Mosel ins Wuppertal gekommen. In Zell lebten einst relativ viele Juden mit dem Nachnamen Adler, unter anderen Johanna Adler (*1869), Sibilla Adler, geb. Salomon (*1870), Gertrud Adler (*1901), Else Adler (*1903) und Kurt Adler (*1910). Wie die verwandtschaftlichen Zusammenhänge waren, ist indes unklar. Auch im Wuppertal lebten viele Mitglieder der zahlreichen Familie Adler, und auch hier sind die verwandtschaftlichen Zusammenhänge nicht immer klar.
In Elberfeld wurde 1914 auch Edith Adlers Bruder Felix geboren. Die Familie wohnte zunächst in der Friedrichschulstraße 6, zog 1914 in die Ludwigstraße 15 um und 1919 in den Hombüchel 15a. Im Adressbuch von 1930 ist die Adresse der Familie mit Hochstraße 34 angegeben. Der Vater betrieb ein Teilzahlungsgeschäft.
Schon kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, im Juni 1933, zogen die Eltern mit ihren Töchtern Adele und Edith nach Polen – ein starker Hinweis darauf, dass sie die polnische Staatsbürgerschaft besaßen und auch noch Verwandte in Polen hatten. In Polen ließen sie sich in der Stadt Kalisz (Kalisch) nieder. Edith Adlers Bruder Felix, mittlerweile 19 Jahre alt, emigrierte im September 1933 nach Palästina.
Nach der Besetzung Polens durch die Deutsche Wehrmacht im September 1939 wurden die Eltern Adler mit ihren beiden Töchtern in das Ghetto von Łódź deportiert.
Was dann mit ihnen geschah, ist bisher urkundlich nicht belegt, allerdings existiert ein „Häftl. Pers. Bogen“ des Konzentrationslagers Stutthof für Edith Adler, die auf der Karte mit der Häftlingsnummer 74340 eingetragen ist und der Vermerk „vom KL Auschwitz kommend“. Vermutlich ist Edith Adler im Konzentrationslager Stutthof am 28. August 1944 umgekommen.
Sie wurde 25 Jahre alt.
Ihr Bruder Felix Adler hatte in Elberfeld als Filmvorführer in einem Kino gearbeitet, bis dieses „arisiert“ wurde. Nach seiner Emigration im September 1933 nach Palästina gründete er eine Familie – 1946 wurde der Sohn Joab geboren, 1951 die Tochter Jehudith.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250417, 250419, 250730, 631573