Lotte Cohn, geb. Epstein
Lotte Epstein wurde am 20. Mai 1903 als Tochter von Alois Epstein und seiner Frau Amalie, geb. Baruch in Barmen geboren. Die Familie wohnte an der Dörner Brückenstraße 2 (heute Zur Dörner Brücke). Lotte Epsteins Vater Alois war, laut dem Barmer Adressbuch von 1921, gemeinsam mit dem Ingenieur Emanuel Neumann Inhaber einer Maschinenhandlung an der Mohrenstraße 3.
Sonst ist über Lotte Epsteins Familie nichts bekannt – nicht die Lebensdaten ihrer Eltern, noch ob sie Geschwister hatte, wo sie zu Schule ging oder welche Berufsausbildung sie machte. Da auch keine Grabstellen ihrer Eltern auf einem der jüdischen Friedhöfe in Wuppertal nachgewiesen sind, scheint die Familie schon vor dem Jahr 1933 Wuppertal verlassen zu haben.
Verheiratet war Lotte Epstein mit dem am 30. August 1889 in Hamburg geborenen Waldemar Siegfried Joachim Cohn, den sie möglicherweise in Düsseldorf kennengelernt hatte, wo er für eine Weile lebte. Zusammen ließ sich das Ehepaar in Berlin nieder, wo es im Bezirk Schöneberg wohnte.
Nach der Machtübernahme gerieten auch die Cohns unter Druck, besonders nach den antijüdischen Gewaltaktionen im November 1938. Lotte Cohns Mann emigrierte deshalb schon am 24. Januar 1939 nach Belgien, und am 1. Februar 1939 reiste Lotte Cohn nach Frankreich a, um dort ihren Mann zu treffen.
Doch direkt nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich im Mai 1940 wurden beide verhaftet und in das provisorische Lager Saint Cyprien in Südfrankreich eingeliefert. Von dort wurden sie am 17. August 1942 über das Sammellager Drancy bei Paris in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und vermutlich sehr bald ermordet.
Lotte Cohn war 39 Jahre alt.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 628382