Else Hirschel (links) mit weiteren Angestellten des Geschäfts Fleischhacker
Else Hirschel
Else Hirschel wurde am 2. Dezember 1894 in Barmen in der Straße Altenmarkt 17/19 (heute Alter Markt) geboren. Ihre Eltern waren Hermann und Wilhelmine, genannt Minna, Hirschel, geborenen Wolff.
Sie hatte sieben Geschwister – die ab 1891 in aufeinanderfolgenden Jahren geborenen Max, Wilhelm und Otto, die 1896 geborene Leonie und die nochmals zwei Jahre jüngere Doris Philippine. Und die beiden jüngsten: Hildegard Fanny, geboren 1906 und Siegfried Martin, geboren 1908. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Kauffrau.
Seit 1925 arbeitete sie als Kassiererin, unter anderem im Putzgeschäft von Max Fleischhacker. Doch 1933 musste der Inhaber aus wirtschaftlichen Gründen Personal reduzieren, so dass Else gekündigt wurde. Am 23. September 1935 starb die Mutter Minna, geb. Wolff; ein Grab auf einem der jüdischen Friedhöfe scheint nicht zu existieren.
Vom 26. Juni bis zum 1. November 1941 war sie bei der Säcke- und Deckenfabrik Gustav Busche GmbH in Wuppertal-Langerfeld, später bei der Ri-Ri-Werk Reißverschluss AG in Wuppertal Barmen als Zwangsarbeiterin dienstverpflichtet. Im Adressbuch von 1940/41 wird sie mit ihrem Zwangsnamen „Sara“ und unter der Adresse Heubruch 19 aufgeführt, und unter der Rubrik Beruf steht „ohne“. In diesem Jahr hatte man ihr ihre Nähmaschine und ihren kleinen Ofen abgenommen.
In der Deportationsliste von 1941 ist ihr letzter Wohnsitz mit Emilstraße 3 angegeben, wo viele Jüdinnen und Juden als „Zwangsunterkunft“ lebten.
Am 10. November 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrer Schwester Hilde und weit über 200 weiteren Menschen aus Wuppertal in das Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk deportiert und sehr wahrscheinlich bald nach ihrer Ankunft dort oder im nahegelegenen Ort Maly Trostenez erschossen.
Ihr Bruder Siegfried und ihre Schwester Leonie hatten den Holocaust überlebt. Siegfried gab im April 1946 eine Suchanzeige in der „Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung“ nach seinen Schwestern Else und Hilde auf. Das war vergeblich. Daraufhin ließ er eine Gedenktafel für seine Schwestern anfertigen und auf dem jüdischen Friedhof Barmen an der Hugostraße anbringen. Auf dem erhaltenen Fragment ist noch zu lesen und zu rekonstruieren: „[Aus der] Deportation [sind] nicht zurückgekehrt [Else] Hirschel, geb. 2.12.1894, [Hilde] Hirschel, geb. 15.2.1906.“
Suchanzeige von Siegfried Hirschel nach seinen Schwestern Else und Hirschel, Jüdische Allgemeine Zeitung, April 1945
Siegfried Hirschel meldet sich nach dem Krieg in der jüdischen Gemeinde wieder an.
Bildnachweis
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Geburtsurkunde Barmen 3827/1894, Akte für Wiedergutmachung 246143, 246144