Gustav Ernst Culp

  • Geburtsdatum: 03.05.1872
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Beruf: Kaufmann
  • Wohnort:

    Hofaue 77, Wolkenburgstraße 18 (heute Wolkenburg)

  • Todesdatum: 28.09.1942
  • Todesort: Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Gustav Ernst Culp wurde am 3. Mai 1872 als ältestes Kind des erst 26-jährigen Kaufmanns Sieghart Culp aus Paderborn und seiner gleichaltrigen Frau Kathinka, geb. Hoffmann in Elberfeld geboren. Fünf Jahre später am 13. November 1877 kam ein Bruder zur Welt: Richard Egon.

Sieghart Culp betrieb einen Handel für Tuche und „Manufacturwaren“ als Disconto- und Incassogeschäft in der Hofauerstraße 77 (heute Hofaue). Ob die Familie dort auch wohnte, ist nicht erkennbar – laut Adressbuch von 1908 lebte der „Rentner“ Sieghart Culp jedenfalls in der Wolkenburgstraße 18 (heute Wolkenburg).

Nebenamtlich war Gustav Ernst Culps Vater Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Elberfeld. Schon in seiner Jugend engagierte er sich für die aufstrebende Gemeinde und vor allem für die Errichtung einer großen Synagoge. Diese wurde am 15. September 1865 an der Genügsamkeitstraße eingeweiht. Als Rabbiner Dr. Joseph Norden im Jahr 1910 auf die Gemeindegeschichte zurückblickte, lobte er insbesondere Sieghart Culp und schrieb:

Mit der Errichtung des Gotteshauses ging eine Neugestaltung des Gottesdienstes Hand in Hand, um die sich der damalige Gemeindevorsitzende Sieghart Culp unvergängliche Verdienste erworben hat; die Einführung des Chorgesangs, die Aufstellung einer Orgel, sowie die Einführung deutscher Gebete neben den hebräischen sind hauptsächlich ihm zu verdanken.

Im Jahr 1899 starb Gustav Ernst Culps Mutter Kathinka und wurde auf dem alten jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße bestattet. Vor 1921 starb auch sein Vater und wurde neben seiner Frau bestattet. Sein Grabstein ist heute zerstört, so dass man das Todesdatum anhand dieser Quelle nicht mehr herausfinden.

Vermutlich zog die Familie Culp nun aus dem Wuppertal fort. Es gab zwar noch einen Barmer Zweig der Familie Culp, aber in Elberfeld sind keine Spuren mehr zu finden.

Von wo auch immer, emigrierte Gustav Ernst Culp nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in die Niederlande nach Amsterdam. Auch in Hilversum und Heemstede hat er gewohnt.

Sicher waren sie dort nicht, nachdem die Deutschen die Niederlande besetzt hatten. Gustav Ernst Culp wurde im September 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und am 28. September dort 1942 ermordet. Er war 70 Jahre alt.

Zwei Jahre später wurden auch seine Neffen Hans Julius und Willem, die Söhne seines Bruders Richard Egon, im September 1944 in Auschwitz getötet.

Überlebt haben nur sein Bruder Richard Egon und dessen Frau Hedwig in Heemstede – Richard starb dort am 31. August 1949, seine Frau am 7. Januar 1961.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 76876 | https://www.geni.com/people/Gustav-Culp/6000000056023823936