Gerd Moses Löwenthal

  • Geburtsdatum: 17.01.1912
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Wohnort:

    Augustastraße 89

  • Todesdatum: 30.06.1944
  • Todesort: Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Gerd Moses Löwenthal wurde am 17. Januar 1912 in Elberfeld geboren. Er stammt aus der großen jüdischen Ronsdorfer Familie Löwenthal, deren Stammhaus in der heutigen Elias-Eller-Straße 19 steht. Sein Vater war Leo Levy Löwenthal, geboren 1876 in Ronsdorf, und seine Mutter die ein Jahr jüngere Lilly Rosalia aus Rheydt. Gerd Löwenthal hatte noch eine ältere Schwester, Trude Pauline.

Sie überlebte als einzige ihrer Familie den Holocaust und schrieb am 15. September 1981 an Ulrich Föhse:

Mein Vater [Leo Levy Löwenthal] gründete die Firma „Loewenthal & Co, Baby- und Kinderartikel engros und Fabrikation“ im Jahre 1908. Die Adresse war Hofaue 46. Er musste die Firma zwangsweise abgeben, nachdem alle Fenster eingeworfen wurden in der sogenannten Kristallnacht. Mein Vater diente im Ersten Weltkrieg. Er wohnte Augustastraße 89 in Wuppertal-Elberfeld und musste [vermutlich 1939] zwangsweise nach Barmen, Bleichstraße 8 ziehen. Er wurde am 21. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, obwohl mein Mann und ich mit großen Entbehrungen ihm Geld zur Überfahrt und ein Visum für Cuba sandten und er es nie erhielt. Ich hbe nie wieder etwas von ihm gehört.

Meine Mutter starb in 1939 eines natürlichen Todes, nachdem sie keine ärztliche Hilfe in Wuppertal bekommen konnte als Jüdin, und ein Professor aus Bonn aus Menschlichkeit zu ihrer Hilfe kam.

Mein Bruder, Gerd Loewenthal, besuchte das Realgymnasium in Elberfeld an der Aue, flüchtete 1938 über die holländische Grenze wurde in Holland interniert, heiratete in Enschede eine Holländerin, hatte zwei Kinder und eins unterwegs, war später im Untergrund in Holland und wurde verraten und deportiert. Ich habe nie wieder von ihm gehört.

Tatsächlich flüchtete Gerd Löwenthal vor den Nationalsozialisten 1938 in die Niederlande und gründete dort mit der gleichaltrigen Diena Hoek in Enschede eine Familie: 1940 wurde Eric Louis geboren und zwei Jahre später Ralph. Sie lebten in der Gronausestraat 8.

Am 28. Januar 1944 wurde die Familie in das Sammellager Westerbork gebracht und am 8. Februar 1944 von dort nach Auschwitz deportiert. Während Frau und Kinder wohl sofort vergast wurden, wurde Gerd Löwenthal erst am 30. Juni 1944 für tot erklärt.

Er war 32 Jahre alt.

Quellen


Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Sammlung Föhse