Rosa Meyer, geb. Kolazki

  • Geburtsdatum: 17.01.1914
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Wohnort:

    Kleine Klotzbahn 19a, Paradestraße 29, Paradestraße 75

  • Todesdatum: nach 01.10.1944
  • Todesort: Konzentrationslager Stutthof

Rosa Kolazki war die älteste Tochter des Hamburger Kaufmanns Elkan Kolazki und seiner Frau Sophia, geb. Spitzkopf. Ihr Großvater war Markus Kolazki, der am 29. August 1913 in Elberfeld starb und auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg bestattet wurde (Feld c/ IX).

Rosa Kolazki wurde am 17. Januar 1914 geboren und hatte noch zwei Schwestern: Claire, geboren 1919, und Käthe (Lebensdaten unbekannt), und vier Brüder, darunter Helmut Markus, dessen zweiter Vorname an den Großvater erinnern sollte. Die Familie lebte in der Kleinen Klotzbahn 19a und an der Adresse Paradestraße 29 bzw. 75 in Elberfeld. Vermutlich schon um 1933 zog die Familie nach Köln.

Rosa Kolazkis Schwester Käthe, verh. Fraenkel, die den Holocaust überlebt hatte, schrieb im Juni 1983 an den Wuppertaler Historiker Ulrich Föhse:

Wir waren immer bewusste Juden. Mein Vater wurde verletzt im Ersten Weltkrieg. Ich war noch sehr jung, als meine Eltern aus Elberfeld auswanderten im Jahre 1933. Ich war 16 Jahre alt und meine Erinnerungen an Elberfeld waren meistens gute, besonders in meiner Kinderjugendzeit. Ich wohnte in Luxemburg bis 1938 und bin dann mit einem meiner vier Brüder nach Amerika. Die anderen drei Brüder sind in Deutschland zurückgeblieben und meine Eltern blieben in Luxemburg.

Rosa Kolazki hieß nach ihrer Eheschließung Rosa Meyer und wohnte mit ihrem Mann in Köln. Am 7. Dezember 1941 wurde sie in das Ghetto von Riga deportiert.

Die Historiker Alfred Gottwaldt und Diana Schulle beschreiben diesen Transport folgendermaßen:

Dieser Transport war ursprünglich für den 8. Dezember 1941 mit dem Zielort „Minsk“ geplant, wurde aber verschoben. Die Teilnehmer des dritten Kölner Transports – bis auf drei Personen ausschließlich Einwohner der Stadt Köln – hatten sich am Vortrag der Deportation in den Messehallen am Rheinufer einzufinden, bevor sie vom Bahnhof Deutz-Tief ihre Fahrt nach dem „Osten“ antraten. Sie waren die ersten deutschen Juden, die nach den Massakern an den mehr als 25.000 lettischen Juden direkt ins Ghetto von Riga gelangten. Deshalb übernahmen viele Kölner wichtige Funktionen in der „Ghettoverwaltung“. Am dritten Tag nach der Ankunft wurden die männlichen Jugendlichen bereits nach Saraspils gebracht. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 40 Jahre, darunter befanden sich 64 Kinder bis zum zehnten Lebensjahr. Aus dem ganzen Transport sind 87 Überlebende bekannt.

Wie durch ein Wunder überstand Rosa Meyer die erste Zeit im Ghetto von Riga und wurde erst später, am 1. Oktober 1944, in das Konzentrationslager Stutthof bei Danzig überstellt, wo sie umkam.

Sie war 30 Jahre alt.

Ihr Bruder Helmut Markus Kolazki war zunächst nach Belgien geflüchtet, wurde aber von Frankreich aus in das Vernichtungslager Majdanek deportiert und ermordet.

Ihr Vater Elkan Kolazki kam 1942 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz um.

Was mit ihrer Mutter geschah, ist nicht bekannt.

Quellen


Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge, Slg. Föhse: Fraenkel | Gottwaldt, Alfred/ Schulle, Diana: Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005, S. 126