Ludwig Menko
Der Althändler Ludwig Menko war am 10. Dezember 1881 in Elberfeld geboren worden. Seine Eltern waren Albert Menko und dessen Frau Helene, geb. Simon. Laut dem Elberfelder Adressbuch aus dem Jahr 1885 war Albert Menko Teilhaber der Firma „Gebrüder Menko“ und wohnte in der Ernststraße 1. Diese Teilhaber waren die Brüder Nathan, Benjamin und eben Albert Menko, und der Firmensitz war an der Königstraße 108a. Die Firma war ein Handel für Rohprodukte.
Ludwig Menkos Onkel Nathan wohnte mit seiner Familie in der Bahnhofstraße 40, der Onkel Benjamin an der Gesundheitstraße 111.
Nathan Menko, geboren 1845, starb schon im Jahr 1898 und wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße bestattet, wo auch das Grab seiner ein Jahr später gestorbenen Frau Bernhardine, geb. Wertheim sich befindet.
Ludwig Menko hatte einen sechs Jahre jüngeren Bruder: Heinrich. Die beiden Brüder stiegen in das Geschäft des Vaters ein, und als 1935 das nationalsozialistische „Boykottheft“ erschient, tauchte es unter dem Firmennamen „Gebrüder Menko, Abfall- und Rohprodukten“ mit der Adresse Haspeler Schulstraße 5 auf (S. 19). Die Brüder werden als die Inhaber bezeichnet. Ludwig Menkos Mutter Helene war zu diesem Zeitpunkt schon verwitwet, ist aber ebenfalls in diesem antisemitischen Druckwerk aufgeführt mit ihrem Wohnsitz in der Bendahler Straße 13, bei Ludwig Menkos Bruder Heinrich. Seine eigene private Adresse war die Kronenstraße 11 in Barmen. Verheiratet war Ludwig Menko mit der fünf Jahre jüngeren Erna, geb. Friede, mit der er drei Kinder hatte: Heinz, Hans Julius und Gerda. Am 29. April 1937 starb Erna Menko, und der Witwer bestattete sie im Grab seines Sohnes Heinz, der im Alter von nur fünf Jahren schon zwanzig Jahre zuvor gestorben war.
Überhaupt scheint die Familie sich nach Barmen orientiert zu haben. Der Onkel Benjamin Menko, geboren 1848, starb 1926. Sein Grab befindet sich neben dem seiner Frau Pauline, geb. Simon, auf dem jüdischen Friedhof in Barmen an der Hugostraße. Auch das Grab der Eltern von Ludwig Menko befindet sich auf diesem Friedhof – leider fehlt die Beschriftung. Die Frauen – Pauline und Helene, waren beide geborene „Simon“, und es ist gut möglich, dass die Brüder mit zwei Schwestern verheiratet waren.
Mit der Zuspitzung der Verfolgung entschieden sich die Brüder zur Emigration in die Niederlande. Doch nach dem Einmarsch der deutschen Truppen und der Besetzung des Landes wurde es für jüdische Flüchtlinge gefährlich. Ludwig Menko wurde am 27. August 1943 verhaftet und im Durchgangslager Westerbork interniert. Von dort aus wurde er in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Am 27. August 1943 wurde er dort getötet. Er war 62 Jahre alt.
Auch sein Bruder Heinrich war, schon Monate zuvor, in Auschwitz ermordet worden.
Seine Kinder Hans Julius und Gerda konnten rechtzeitig auswandern und überlebten den Holocaust.
Quellen
Yad Vashem: Gedenkblatt |Arolsen Archives: Inhaftierungskarte (DocID 130340760), Suchanfrage (DocID 86389437-440) | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 608754