Sally Moser

  • Geburtsdatum: 24.09.1884
  • Geburtsort: Kaldenkirchen
  • Beruf: Handelsvertreter, Polsterer
  • Wohnort:

    Rommelspütt 1a, Nützenberger Straße 73, Bergstraße 48

  • Todesdatum: nach 1942
  • Todesort: Ghetto Minsk

Salomon, genannt Sally, Moser (Moses) kam am 24. September 1894 in Kaldenkirchen zur Welt. Seine Zwillingsschwester hieß Karoline. Sein Vater, der Metzger Moses Moses, war in zweiter Ehe mit Sallys Mutter, Rosalie Kahn, 1865 in Orsoy geboren, verheiratet. Erst Anfang der 1902er Jahre änderte Moses Moses seinen Familiennamen in “Moser“.

Sally Moser war verheiratet mit Jenny Heidt aus Warburg, wo sie am 17. Juni 1892 als ältestes von fünf Geschwistern geboren worden war. Ihre Eltern waren Simon Heidt und seine Frau Eva, geb. Straus. Auch Jenny Heidts Vater war Metzger und betrieb in Warburg am Markt 15 auch eine Speisewirtschaft.

Am 10. Juni 1918 brachte Jenny Moser ihr erstes Kind, den Sohn Hans, in Paderborn zur Welt. Nach der Geburt zog die kleine Familie nach Elberfeld, wo Sally Moser als Handelsvertreter arbeitete. Am 3. Juni 1920 wurde der Sohn Kurt Erich geboren – er wurde stets nur „Erich“ gerufen. Als drittes und letztes Kind kam am 2. Juli 1923 die Tochter Eva zur Welt.

Die Familie zog in Elberfeld einige Male um: Sie wohnte am Rommelspütt 1a, in der Nützenberger Straße 73 und in der Bergstraße 48. Am 27. Dezember 1935 starb Sally Mosers Schwiegermutter Eva Heidt in Elberfeld und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Warburg bestattet.

Am 18. März 1938 verließen sie Elberfeld und zogen nach Düsseldorf in die Zietenstraße 16. Die antijüdische Stimmung verschärfte sich in diesem Jahr erheblich. Deshalb meldete sich Sally Mosers Sohn Erich am 10. Oktober 1938 mit dem Ziel „Werkdorp Niewesluis“ von Düsseldorf ab. Er wollte, wie schon sein Bruder Hans, sich auf ein Leben in Palästina vorbereiten und Landwirtschaft und ein Handwerk lernen.

Sally Moser blieb mit seiner Frau, seiner Tochter Eva und seinem Schwiegervater in Düsseldorf.

Dort erlebten sie auch die antijüdischen Ausschreitungen in den Novembernächten und -tagen 1938. Am 1. Dezember 1938 zog die Familie Moser in die Konkordiastraße 66. Es gelang den Eltern, ihre Tochter Eva mit einem „Kindertransport“ am 30. Juni 1939 nach London bringen zu lassen.

Am 13. Juni 1940 schrieb Sally Mosers Tochter Eva in England einen Rot-Kreuz-Brief: Geliebte Mutti. Allerherzlichste Wünsche zum Geburtstag und alles Gute wünsche ich von ganzem Herzen Dir Deine Eva. Kuß für alle. Jenny Moser antwortete am 25. August 1940: Geliebtes Kind! Dank für heutigen Glückwunsch. Erwidere denselben herzlichst. Jungens und uns geht’s gut. Alle gesund. Du auch? Antworte baldmöglichst. Innige Küsse Mutti, Vati Opa.

Am 13. April 1940 starb Sally Mosers Schwiegervater Simon Heidt im Altenheim der jüdischen Gemeinde Düsseldorf im Haus Grafenberger Allee 78. Er wurde neben seiner Frau auf dem jüdischen Friedhof in Warburg bestattet.

Am 10. November 1941 wurde Sally Moser zusammen mit seiner Frau Jenny vom Güterbahnhof Derendorf in das Ghetto von Minsk deportiert. Es gelang ihnen in der Folgezeit, mehrfach Nachrichten an ihre Söhne in den Niederlanden zu schicken. Ihr Sohn Hans schrieb am 5. Dezember 1942 an seine Schwester in England: […] Die Eltern schreiben ganz gut. Am 28. August 1943 schrieb er ihr: Erich and I are well, from parents no news. Das letzte Lebenszeichen von Sally und Jenny Moser war im September 1942 bei ihm angekommen.

Aber sie haben Minsk nicht überlebt. Auch ihr Sohn Erich wurde 1943 aus den Niederlanden deportiert und im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Ihr Sohn Hans Moser überlebte die Deportation.

Sally Moser war 58 Jahre alt.

Quellen


Moser Sally