Clara Bouhon, geb. Maybaum
Clara Maybaum wurde am 13. Dezember 1875 in Leipzig geboren. Ihre Eltern waren Salomon Maybaum und Fanny, geb. Pallasch. Auf dem alten israelitischen Friedhof in Leipzig existiert das Grab der Mutter, die am 23. Juli 1888 gestorben ist – Clara war erst 13 Jahre alt. Wann Clara Maybaum ins Wuppertal kam, ist nicht bekannt. Auch über ihre Eheschließung mit Walter Emil Bouhon, der vermutlich nicht jüdisch war, und die Geburt ihres Sohnes Wilhelm ist so gut wie nichts bekannt. In den Adressbüchern taucht Walter Bouhon als „Vertreter“ auf, und die Wohn- und Büroadresse der Familie scheint lange Jahre der Dorpweg 15 im Quartier Varresbeck im Elberfelder Westen gewesen zu sein.
Wohl schon vor 1927 starb Clara Bouhons Mann Walter. Im Elberfelder Adressbuch 1935 wird Clara Bouhon als „Witwe Walter Bouhon“ mit dem Beruf „Handelsvertreterin“ und der Adresse Varresbecker Straße 35 genannt. Diese Tätigkeit, mit der sie ihren Lebensunterhalt bestritt, musste sie aber unter dem Druck der Nationalsozialisten zum Ende des Jahres 1938 aufgeben. Wovon sie anschließend gelebt hat, ist unklar.
In Barmen, am Heubruch 1 und in der Mittelstraße 33, gab es eine Witwe Gustav Bouhon, die eine Konditorei mit Kaffee führte. Aber ob diese Gastwirtin mit Clara Bouhon verschwägert war, ist nicht belegt.
Das Adressbuch 1935 zeigt als Adresse die Varresbecker Straße 30 an. Ganz zum Schluss scheint Clara Bouhon in der Friedrichstraße 37 in der Elberfelder Nordstadt gewohnt zu haben, denn diese Adresse ist auf der Deportationsliste aufgeführt. Vermutlich hat Clara Bouhon dort nur für sehr kurze Zeit gelebt, denn das Adressbuch 1940/41 nennt ihren Namen gar nicht mehr.
Am Montag, den 20. Juli 1942 musste Clara Bouhon auf Anordnung der Gestapo zum Bahnhof Steinbeck kommen. Mit insgesamt 271 Menschen aus Wuppertal, Remscheid, Solingen, Velbert, Neviges und Heiligenhaus wurde sie in einem Personenzug nach Düsseldorf gebracht, wo sie im vom Vieh geräumten Schlachthof Derendorf auf dem nackten Fußboden übernachten mussten. Am nächsten Tag brachte ein großer Transportzug mit rund 1000 Menschen aus dem gesamten Gestapobezirk Düsseldorf sie in das Ghetto Theresienstadt. Am 16. März 1943 starb Clara Bouhon dort, an Hunger, aus Erschöpfung oder durch Misshandlungen.
Sie war 68 Jahre alt.
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Deportationsliste Theresienstadt | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 77325 | Arolsen Archives: Theresienstadt-Kartei (DocID 5023919)