Paula Fried, geb. Kahn
Paula Kahn wurde am 12. Mai 1870 in Kirf im Kreis Trier geboren. Verheiratet war sie mit Adolf Fried, mit dem sie drei Kinder hatte, die alle noch in Mogendorf geboren wurden: Max, geboren 1899, Emil, geboren 1900 und Alma, geboren 1904. Laut Adressbuch von 1925 wohnte Paula Fried mit ihrer Familie in der Albrechtstraße 54 in der Elberfelder Nordstadt, später aber scheint sie auch an anderen Adressen gewohnt zu haben. Ihr Sohn Emil wurde ebenfalls Viehhändler und übernahm das väterliche Geschäft, das seinen Sitz laut Adressbuch 1932 in der Straße Oberer Dorrenberg 2 hatte.
Im nationalsozialistischen „Boykottheft“ von 1935 wird Paula Frieds Mann Adolf, immer noch als Viehhändler, mit der Adresse Lederstraße 1 aufgeführt (S. 10). Wegen der nationalsozialistischen Boykotte wurde die geschäftliche Lage immer schwieriger, und so überschrieb Paula Frieds Sohn Emil das Viehhandelsunternehmen im Jahr 1934 seinem Schwager Elias Popielarz, dem Bruder seiner Frau Ernestine, der es am Oberen Dorrenberg 2 weiterführte (das jedenfalls geht aus dem „Boykottheft“ von 1935 so hervor, S. 21). Doch 1938 musste auch er aufgeben.
Laut Adressbuch von 1940/41 wohnte in der ersten Etage des Hauses Markomannenstraße 32 Emil „Israel“ Fried mit seiner Frau Ernestine, geb. Popielarz, und der kleinen Tochter Helga und in der zweiten Adolf „Israel“ Fried mit Paula Fried.
Am 10. November 1941 mussten die Eltern von ihrem Sohn und seiner Familie Abschied nehmen. Diese sollten in den Osten verschickt werden. Emil und Ernestine Fried kamen mit ihrem Kind im Ghetto von Minsk oder im Wald von Maly Trostenez um. Die Eltern blieben zurück.
Im Juli 1942 erhielt auch Paula Fried den Befehl zur Deportation. Sie sollte sich am 20. Juli 1942 mit ihrem Mann Adolf am Bahnhof einfinden.
Am Steinbecker Bahnhof hatten sie mit vielen anderen Jüdinnen und Juden aus Wuppertal und dem Bergischen Land einen Personenzug zu besteigen, der sie zunächst nach Düsseldorf brachte, wo sie auf dem Schlachthofgelände Derendorf eine Nacht verbringen mussten. Am nächsten Tag fuhr ein großer Transportzug mit über 1000 Menschen in das Ghetto Theresienstadt bei Prag.
Beide hielten die Strapazen noch viele Monate aus, bis sie zusammen am 15. Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden, wo sie vermutlich sofort ermordet wurden.
Paula Fried war 74 Jahre alt.
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Deportationsliste Theresienstadt