Berthold Rosenberg

  • Geburtsdatum: 07.07.1892
  • Geburtsort: Wesermünde-Lehe (heute Bremerhaven)
  • Beruf: Kaufmann
  • Wohnort:

    Hofaue 76

  • Todesdatum: 20.11.1940
  • Todesort: Perpignan/ Frankreich

Berthold Rosenberg wurde am 7. Juli 1892 in Wesermünde-Lehe, das heute zu Bremerhaven gehört, geboren. Seine Eltern waren Julius und Amalie Rosenberg, geborene Rosenberg.

Wann und weshalb er ins Wuppertal kam, ist unbekannt. Vielleicht war seine Heirat mit Sara, auch genannt Cläre, Gehlkopf am 9. März 1920 vor dem Elberfelder Standesamt der Grund dafür. Gemeinsam führten die Eheleute einen Textilhandel in der Hofaue 76: Berthold Rosenberg nahm die Aufträge der Kunden entgegen, nahm an ihnen Maß und vergab die Arbeiten dann an Stückschneider, die in Heimarbeit die Bekleidungsstücke anfertigten.

Im Juni 1930 kam das einzige Kind der beiden, der Sohn Hans Julius, in Elberfeld zur Welt.

Sein Vater wurde im November 1938 nach dem Pogrom der Nationalsozialisten wie etwa 100 andere jüdische Männer aus Wuppertal verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau bei München deportiert. Glücklicherweise musste er nicht lange dort bleiben und wurde bereits am 26. November entlassen. Im April des folgenden Jahres konnte er dann Deutschland verlassen und ließ sich in der Nähe von Brüssel in Molenbeek nieder. Seine Frau Sara Rosenberg folgte ihm einige Zeit später, im August, mit dem gerade neunjährigen Sohn Hans.

Nach dem Einmarsch der Deutschen in Belgien im Mai 1940 jedoch wurde Berthold Rosenberg verhaftet und mit vielen anderen geflüchteten deutschen Juden in das Konzentrationslager Saint-Cyprien in Südfrankreich deportiert. Dort musste er bis Herbst 1940 ausharren. Weil er herzkrank war, wurde er bei der Auflösung des Konzentrationslagers in das Hospital St. Louis im nahe gelegenen Perpignan verlegt, wo er am 20. November verstarb.

Berthold Rosenberg war 48 Jahre alt.

Seine Frau Sara Rosenberg musste sich mit ihrem Sohn Hans ab dem Sommer 1942 vor den deutschen Behörden in Belgien verstecken. Mit Hilfe der Brüsseler Bevölkerung und durch das Rote Kreuz konnten sie einige Zeit der NS-Besatzung überleben. Trotzdem wurde Sara Rosenberg im Juni 1944 von der Gestapo verhaftet und in die Caserne Dossin, ein Durchgangslager in Mechelen, deportiert. Doch weil sie krank war, kam sie in ein Krankenhaus, vermutlich in Ixelle bei Brüssel, wo sie bis in den September 1944, nach der Befreiung Belgiens durch die Alliierten, behandelt wurde.

Noch einige Jahre nach der Befreiung blieb sie in Belgien, vermutlich bis der Sohn Hans volljährig wurde. 1951 zog sie dann zurück nach Wuppertal. Weil sie sich keine eigene Wohnung leisten konnte, lebte sie in den ersten Jahren bei Antonie Römer, die im Haus der jüdischen Gemeinde in der Friedrich-Ebert-Straße 73 wohnte. Vermutlich war sie, eine geborene Marcus, eine Verwandte aus der Familie ihrer Mutter.

Antonie Römer war selbst eine Überlebende der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Sie wurde mit dem vierten Wuppertaler Transport am 20. Juli 1942 in das Ghetto von Theresienstadt deportiert. Nur der Beharrlichkeit ihres Sohnes und der Mithilfe eines Wuppertaler Polizeibeamten ist es zu verdanken, dass Antonie Römer als eine der ganz wenigen Personen aus Theresienstadt nach Hause entlassen wurde und so überleben konnte.

Berthold Rosenbergs Sohn Hans Julius überlebte ebenfalls den Holocaust und blieb in Belgien.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 77291 | Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Anmeldebögen Jüdische Kultusgemeinde