Alma Marcus, geb. Daniel

  • Geburtsdatum: 27.08.1869
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Beruf: Kauffrau
  • Wohnort:

    Bergstraße 17, Neue Friedrichstraße 32, Wuppertstraße 9

  • Todesdatum: 21.01.1943
  • Todesort: Vernichtungslager Auschwitz

Alma Daniel wurde am 27. August 1869 in Elberfeld in der Bergstraße 17 geboren. Sie war das älteste Kind des Ehepaares Julius und Florine Daniel, geborene Bermann. Als Alma etwa zwei Jahre alt war, kam ihr Bruder Bruno zur Welt, und noch einmal zwei Jahre später, 1873, die Schwester Hedwig.

Alma Daniel besuchte die Höhere Töchterschule in Wuppertal, die sich bis um 1890 in der Hofaue 46 an der Ecke zur Zollstraße befand, damals aber unter der Adresse Zollstraße 13/15 verzeichnet war. Genau gegenüber, auf dem Grundstück Hofaue 50, sollte ihr Onkel Max Daniel um 1905 sein großes Wohn- und Geschäftshaus errichten, das so genannte „Danielhaus“. Dort lebten dann Max und seine Frau Jeanette Daniel und zeitweise die Söhne Albert, Otto und Berthold Daniel.

Die Brüder Max und Julius Daniel waren Anfang der 1880er Jahre als Kaufleute aus St. Wendel an die Wupper gekommen und hatten sich hier beide im Kurzwarenhandel etabliert.

Nach ihrer Schulzeit in Elberfeld wurde Alma Daniel ein Jahr lang in einem Schweizer Pensionat ausgebildet und trat nach ihrer Rückkehr in die Firma ihrer Eltern, einen Großhandel mit Knopf- und Besatzartikeln, ein. Dieses Geschäft befand sich im Erdgeschoss des Hauses Wupperstraße 9, in dem darüber auch die Wohnung der Familie Daniel lag.

Im November 1898 heiratete Alma Marcus den 1866 in Mühlheim an der Ruhr geborenen Julius Marcus und wohnte mit ihm weiterhin in der Wupperstraße 9. Ein Jahr später wurde der Sohn Kurt Leo geboren.

Kurt Leo Marcus war Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde zum Ende des Krieges mit dem Eisernen Kreuz Zweiter Klasse ausgezeichnet. Das allerdings erlebte sein Vater nicht mehr, da er bereits am 1. April des gleichen Jahres starb. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg (F II/10).

Alma Marcus war nun Witwe. Als ihr Vater Julius Daniel mit fast 85 Jahren im Juli 1919 starb – auch sein Grab ist auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg zu finden (F VII/50) –, übernahm Alma Marcus seinen Betrieb auch offiziell. Zum Ende des Jahres nahm sie einen Teilhaber, Simon Frank, in das Geschäft auf und führte mit ihm nun die Firma Julius Daniel oHG. Trotz der nationalsozialistischen Boykotte und Gewalt konnten sie sie noch weiterführen, mussten 1938 dann aber aufgeben.

Mitte Februar 1939 konnte Alma Marcus nach Holland emigrieren. Jedoch war sie dort nur eine kurze Zeit in Sicherheit: Im Dezember 1942 wurde sie von Arnheim aus nach Auschwitz deportiert und dort am 21. Januar 1943 ermordet.

Alma Marcus war 73 Jahre alt.

Auch ihre Schwester Hedwig, verheiratete Sonnenfeld, und ihr Bruder Bruno Daniel wurden Opfer des Holocaust.

Ihr Sohn Kurt Leo Marcus emigrierte ebenfalls in die Niederlande und überlebte.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akte für Wiedergutmachung 250142, Geburtsurkunde Elberfeld 1876/1869, Heiratsurkunde Elberfeld 1311/1898 | Arolsen Archives: Inhaftierungskarte (DocID 12778685)