Margarete Wilhelmine Lucie Wolff, geb. Marckwald

  • Geburtsdatum: 18.09.1900
  • Geburtsort: Barmen (heute Wuppertal)
  • Wohnort:

    Siegesstraße 72

  • Todesdatum: nach 12.03.1943
  • Todesort: Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Margarete Marckwald wurde am 18. September 1900 in Barmen geboren. Ihr Vater Dr. Ernst Marckwald war Arzt und arbeitete als Prosektor am Städtischen Krankenhaus Barmen in der Friedrich-Wilhelm-Straße 4. Privat wohnte die Familie in der Siegesstraße72.

Sie war verheiratet mit dem von seiner ersten Frau Minna Pfeffer geschiedenen Privatgelehrten Fritz Wolff, geboren am 11.11.1880 in Berlin, mit dem sie in der Jonasstraße 4 im Berliner Bezirk Neukölln lebte.

Ihr Mann Fritz Wolff war der Sohn des Kaufmanns Emanuel Wolff (1850–1901) und dessen Ehefrau Hedwig (1860–1935). Die Familie war relativ wohlhabend, so dass Wolff die Möglichkeit einer Karriere als Privatgelehrter offenstand. Nach dem Abitur am Französischen Gymnasium in Berlin 1899 studierte er vergleichende Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt auf indoiranische Sprachen in München, Heidelberg, Berlin und Gießen. 1905 wurde er mit einer Arbeit über die Die Infinitive des Indischen und Iranischen promoviert. Sie erschien 1907 in der Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung.

Wolff schlug keine akademische Laufbahn ein, vermutlich, weil er Schwierigkeiten wegen seiner jüdischen Herkunft befürchtete. Nach dem Studium lebte er weiterhin in Universitätsstädten wie Münster, Berlin, Tübingen und Gießen, deren Bibliotheken er für seine Forschung nutzte. Zwischenzeitlich hielt er sich auch zwei Jahre in Italien auf.

Das Hauptwerk ihres Mannes Fritz Wolff ist das Glossar zu Firdosis Schahname, ein umfangreiches Wörterverzeichnis zu von Firdausi, einem Klassiker persischer Literatur. Es wurde 1935 in aufwendiger Aufmachung als offizielles Geschenk des deutschen Staates an die persische Regierung überreicht, ohne jedoch Fritz Wolff als Autor auf dem Titelblatt aufzuführen.

Mit seiner ersten Ehefrau Minna Pfeffer hatte er zwei Söhne und eine Tochter, die Fotografin Ursula Wolff-Schneider. Margarete Marckwald heiratete Fritz Wolff nach seiner Scheidung im Jahr 1936.

Margarete Wolff war eine fromme Protestantin, die mit ihrem Mann regelmäßig die Gottesdienste in der Philipp-Melanchthon-Kirche in Berlin-Neukölln besuchte.

Am 11. März 1943 wurde das Vermögen der Wolffs beschlagnahmt. Am nächsten Tag wurden beide mit dem 36. Transport nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich sofort ermordet.

Margarete Wolff war 43 Jahre alt.

Den Kindern ihres Mannes gelang die Emigration in die USA.