Grab von Max Lewin auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg

Max Lewin

  • Geburtsdatum: 02.01.1881
  • Geburtsort: Könnern a.d. Saale
  • Beruf: Kaufmann
  • Wohnort:

    Kaiser-Wilhelm-Allee 21

  • Todesdatum: 28.04.1933
  • Todesort: Wuppertal

Max Lewin wurde am 2. Januar 1881 in Könnern an der Saale geboren. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Kaufmanns. In Berlin heiratete er 1913 die nichtjüdischen Katharina Ida Luise Müller. Mit ihr und seiner Schwiegermutter zog er bald darauf um nach Elberfeld.

Seine Tochter Zella Andrews (geb. Gisela Lewin) erinnerte sich im Oktober 1982 in einem Brief an Ulrich Föhse:

Meine Großmutter und Eltern kamen von Berlin nach Wuppertal, als mein Vater seinen Posten als Textilspezialist antrat. Er war Prokurist, Einkäufer und Verkäufer der Textilwaren für den großen Textilbetrieb Peter Schulte auf der Hofaue.

In Elberfeld wohnte das Paar in der Kaiser-Wilhelm-Allee 21 im Zoo-Viertel. Am 13. März 1915 wurde das erste Kind geboren: Gisela. Max Lewin wurde als Soldat zum Ersten Weltkrieg eingezogen und schwer verwundet, so dass ein Bein amputiert werden musste.

Am 19. Dezember 1919 kam in Elberfeld die zweite Tochter Jutta zur Welt und zwei Jahre später, am 8. August 1921, der Sohn Hans-Ulrich.

Zella Andrews erinnerte sich weiter an ihren Vater:

Zu Hause und in meiner Erinnerung war nichts jüdisch. Meine Freunde waren alle christlich. Ich gehörte dem Grün-Weiß-Tennisclub an (nicht dem jüdischen). Jedes Jahr hat mein Vater die Rolle des Weihnachtsmanns zu Hause gespielt. […] Um ungefähr 1930 hat er sich auf der Hofaue selbständig gemacht mit einem Partner, Herr Weil, der aber bald starb, und seine Tochter kam in den Betrieb. Auch ich war dort eine Zeit in der Spedition eingestellt.

1933 wurden SA-Leute in Uniform vor allen jüdischen Geschäften aufgestellt und niemand wurde hereingelassen. Eine leichte Art, die Betriebe kaputt zu machen.

Tatsächlich geriet Max Lewin durch den Schock der nationalsozialistischen Machtübernahme und der Bedrohung seiner Existenz in Panik. Am 28. April 1933 nahm er sich das Leben, weil er keinen Ausweg mehr für sich und seine Familie sah. Sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg auf Feld I/ V. Er wurde 52 Jahre alt.

Seine Tochter Gisela und sein Sohn Hans-Ulrich konnten rechtzeitig emigrieren. Zella Andrews schrieb:

Abgesehen von den generellen Regeln gegen Juden von 1933 ab habe ich, ehrlich gesagt, nicht unter antisemitischen Erscheinungen gelitten. Mir gelang es, einen Posten in einem Incasso-Büro zu bekommen, aber ich wusste, dass ich dort nicht lange bleiben konnte. Juden, Halbjuden, es machte keinen Unterschied mehr. Meinem Bruder ging es auch so. Erst wurde er aus dem Realgymnasium geworfen. […] Er wurde auf einem jüdischen Kindertransport nach England geschickt. Ich musste meinen Fingerstempel nehmen lassen, auch ein Foto, das linke Ohr zeigend, und bekam dann meinen Ausreisepass mit dem berühmten J (für Jude) eingestempelt.

Max Lewins Tochter Jutta wurde im April 1942 in das Ghetto Izbica deportiert und kehrte nicht wieder zurück.

Seine Frau Käthe starb 1952.

Bildnachweis


  • Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Katen für Wiedergutmachung 250528, 11722