Renate Friedmann

  • Geburtsdatum: 26.10.1919
  • Geburtsort: Peine
  • Todesdatum: 27.04.1942
  • Todesort: Tötungsanstalt Bernburg a.d. Saale

Renate Friedmann wurde am 26. Oktober 1919 in Peine im heutigen Niedersachsen geboren. Ihre Eltern waren der 1874 in Berkach geborene Kaufmann Albert Friedmann und seine Frau Helene Hedwig, geb. Simanowski, die aus Pfaffendorf stammte. Geheiratet haben die beiden 1910 in Magdeburg.

Renate Friedmann hatte noch einen Bruder, Werner, und einen weiteren Bruder oder eine Schwester. Von ihnen ist aber nichts weiteres bekannt.

Wie und wann Renate Friedmann ins Wuppertal kam, kann nur vermutet werden: Da auf der Sterbeurkunde ihr Beruf mit „Hausgehilfin“ angegeben ist, könnte sie, vermutlich erst Mitte der 1930er Jahre, wegen einer Arbeitsstelle nach Wuppertal gezogen sein. Ihre Eltern wohnten weiterhin in Peine.

In den Elberfelder Adressbüchern der 1920er Jahre sind einige Namen Friedmann genannt, unter ihnen die Näherin Anna Friedmann, Nevigeser Straße 186 (1919), später Nevigeser Straße 28 (ab 1921). Auch ein Reisender namens Ernst Friedmann ist aufgeführt, der in der Vereinstraße 14 wohnte. Eventuell waren sie Verwandte von Renate Friedmann.

Im Mai 1939 wurde Renate Friedmann wegen angeblicher „Rassenschande“ verhaftet. Möglicherweise hatte sie einen nichtjüdischen Freund oder Geliebten. Seit 1935, dem Erlass der „Nürnberger Gesetzte“, standen sexuelle Kontakte und Beziehungen zwischen jüdischen Männern und nichtjüdischen Frauen, zwischen jüdischen Frauen und nichtjüdischen Männern unter Strafe.

Zunächst wurde sie im Gerichtsgefängnis Hildesheim inhaftiert. Am 13. Juli 1939 verbrachte man sie in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück in Mecklenburg. Zur Ermordung wurde Renate Friedmann in die Tötungsanstalt Bernburg an der Saale überführt und dort am 27. April 1942 getötet.

Sie war 22 Jahre alt.

Ihr Vater Albert Friedmann war wegen angeblichen „Hochverrats“ bereits 1933 in das Konzentrationslager Esterwegen im Emsland und 1939 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert worden. Er wurde am 9. Mai 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordet. Für ihn und seine Tochter Renate liegen in Peine in der Breite Straße 46 zwei Stolpersteine.

Die Mutter Hedwig Friedmann überlebte den Holocaust und wohnte noch 1954 in Peine. Auch der Bruder Werner Friedmann überlebte; er konnte emigrieren und lebte später in Brasilien.

Quellen


https://www.peine.de/de-wAssets/docs/mediadaten_stadt/eigene_daten/Stadtarchiv/2012-3-Stolpersteine.pdf | Arolsen Archives: Zugangsliste Ravensbrück (DocID 129642823), Inhaftierungskarte Ravensbrück (DocID 3775371), Sterbeurkunde (DocID 3775372), weitere Dokumente zu Albert und Hedwig Friedmann