Rosalie Lorjé, geb. Wolf
Rosalie Wolf wurde am 1. April 1873 in Elberfeld am Altenmarkt 17 geboren. Ihr Vater, Simon Wolf, war Inhaber einer „Cigarrenfabrik und -Handlung“ am Altenmarkt in Elberfeld.
Rosalie Wolf war erst vier Monate alt, als ihre Mutter Amalie Lindenbaum am 11. August 1973 im Alter von knapp 25 Jahren starb. Ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße (L 3-2). Rosalies Schwester Wilhelmine war da knapp zwei Jahre alt.
Möglicherweise heiratete Rosalie Wolfs Vater schnell wieder, auch um eine Mutter für die kleinen Kinder zu haben. Seine zweite Ehefrau war Wilhelmine, geb. Servos, die ebenfalls wie Amalie Wolf im Jahr 1848 geboren wurde. Mindestens eine gemeinsame Tochter der beiden ist bekannt: Hedwig Therese, geboren 1885 in Elberfeld. Damals wohnte die Familie in der Hofauerstraße 67 (heute Hofaue).
Auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg befinden sich die Gräber des Ehepaares: Wilhelmina Wolf wurde neben dem bereits 1906 gestorbenen Simon Wolf (Feld A V/ 83 und 84) bestattet, als sie 1925 im Alter von 77 Jahren starb.
Zu diesem Zeitpunkt wohnte Rosalie Wolf schon lange nicht mehr im Wuppertal. Sie war nach Amsterdam gezogen, wo sie einen Niederländer geheiratet hatte: den Kaufmann Abraham Wilhelm Lorjé aus Haarlem, drei Jahre älter als sie. Mit ihm bekam sie vier Kinder: 1897 Mauritz Walter Paul, 1902 Wilhelmina Engelina und 1911 die Zwillinge Ernest Armand und Eduard Raymond. Eduard starb allerdings schon nach einer Woche.
Die Familie lebte in Amsterdam. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht und der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 wurde es auch für die niederländischen Juden und Jüdinnen gefährlich. Tatsächlich wurden Rosalie Lorjé und ihr Mann verhaftet und, vermutlich nach einer Weile im Durchgangslager Westerbork, in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort tötete man beide am 11. Dezember 1942.
Rosalie Wolf war 69 Jahre alt.
Während ihre beiden älteren Kindern rechtzeitig aus Europa emigrieren konnten und den Holocaust überlebten, wurde der Jüngste, Ernest Armand, ebenfalls deportiert und am 28. Mai 1943 im Vernichtungslager Sobibór getötet.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Geburtsurkunde Elberfeld 933/1873, Akten für Wiedergutmachung 250347, 429666 | https://www.geni.com/people/Rosalie-Wolf/6000000041666461170 | https://www.openarchieven.nl/nha:ea474706-9bbe-4b91-a012-3cc5dcc3035d/de