Annie Fanny Dahl, geb. Haas
Fanny Haas wurde am 13. April 1890 in Krefeld geboren. Über ihre Eltern, Geschwister, Schul- und Berufsausbildung ist nichts bekannt.
Verheiratet war sie mit dem zwölf Jahre älteren Kaufmann Salomon Dahl (genannt Salo), Teilhaber der Firma Herz & Dahl mit Sitz in der Hofaue 85, eine Fabrik für Herrenkleider. Privat wohnte das Paar zunächst in der Oststraße 4 (heute Weststraße) in Elberfeld, wo auch die beiden Töchter Marianne und Ursula geboren wurden. Das Elberfelder Adressbuch 1934 weist ihre Wohnadresse mit Briller Straße 177 aus, und noch später haben sie im Zooviertel in der Wotanstraße 7.
Salomon Dahl starb schon im August 1931 mit nur 53 Jahren und wurde auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg bestattet (Feld H/ X). Seine Witwe war noch jung – erst 41 Jahre alt. Sie blieb zunächst noch in der Wotanstraße 7 wohnen, aber der Druck der nationalsozialistischen Regierung gegen die Jüdinnen und Juden im Land wuchs erheblich. Im antijüdischen „Boykottheft“ von 1935 wurde die „Ww. Salomon Dahl“ als „Geschäftsinhaberin“ mit ihrer Wohnadresse Wotanstraße 7 auf S. 8 aufgeführt
1938 schließlich entschied sich Annie Fanny Dahl zur Emigration und ging nach Belgien. Dort wurde sie vermutlich irgendwann nach dem Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 von der Polizei französischen Behörden übergeben und in das Sammellager Drancy bei Paris inhaftiert. Von dort wurde sie am 23. März 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und vermutlich sehr bald ermordet.
Sie war 53 Jahre alt.
Auf dem Grabstein ihres Mannes in Wuppertal befindet sich eine Gedenkinschrift für sie, die vermutlich ihre Töchter haben anbringen lassen, die den Holocaust überlebt hatten.
Bildnachweis
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Foto: Matthias Wellmer
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 613031, 250402, 250582