Dr. Kurt Löwenstein
Kurt Löwenstein wurde als Sohn des Kaufmanns Alfred Löwenstein und dessen Ehefrau Jette, genannt Henni Rindskopf am 10. Juni 1904 in Elberfeld geboren. Im Adressbuch Elberfeld von 1902 ist die Adresse des „Vertreters“ Alfred Löwenstein mit „Adersstraße 21“ angegeben, aber es scheint, dass die Familie nicht lange in Elberfeld gelebt hat, sondern bald nach Düsseldorf umzog. Ob es Geschwister gab, ist nicht bekannt.
Kurt Löwenstein studierte Jura in Berlin und war vermutlich seit Mitte des Jahres 1930 als Anwalt beim Landgericht Düsseldorf als „Löwenstein III“ zugelassen. Im Mai und Juni 1932 wohnte er zunächst bei seinen Eltern in der Düsseldorfer Mauerstraße 21, dann bis zum Herbst 1933 auf der Luegallee 21. Seine Kanzlei befand sich 1931 und 1932 in der Königstraße 14/16, zu Beginn des Jahres 1933 auf der Königsallee 17.
Im Mai 1933 wurde Kurt Löwenstein die Zulassung zur Anwaltschaft entzogen. Am 1. September 1933 emigrierte er nach Tilburg in den Niederlanden. Seine Frau Ruth Bloch blieb in Düsseldorf – die Ehe wurde 1936 geschieden.
In den Niederlanden lernte Kurt Löwenstein die fünf Jahre jüngere Kindergärtnerin Rosa Erna Eis aus Bingen kennen, und vermutlich heiratete das Paar 1936 oder 1937. 1938 kamen auch Kurt Löwensteins Eltern aus Düsseldorf nach Tilburg – sie hatten die antijüdischen, gewalttätigen Ausschreitungen der ersten Novembertage in ihrer Wohnung in der Beethovenstraße 10 noch miterleben müssen, flüchteten dann aber sehr bald zu ihrem Sohn.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Holland im Mai 1940 zog die Familie nach Amsterdam. Dort wurden sie später verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork verbracht. Von dort wurden sie im Sommer 1943 in den Osten Polens deportiert; Kurt Löwensteins Frau Rosa wurde mit seinen Eltern am 23. Juli 1943 im Vernichtungslager Sobibór getötet. Er selbst kam am 30. November 1943 im Zwangsarbeitslager Dorohusk um, ebenfalls im Distrikt Lublin. Er war 39 Jahre alt.
Quellen
Mauss, Susanne: Nicht zugelassen. Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 339 | Stadtarchiv Wuppertal: Geburtsurkunde Elberfeld 2354/1904