Josef Fried

  • Geburtsdatum: 26.01.1868
  • Geburtsort: Merxheim, Landkreis Bad Kreuznach
  • Beruf: Viehhändler
  • Wohnort:

    Straße der SA 73 (vormals Königstraße – heute Friedrich-Ebert-Straße – zwangsweise)

  • Todesdatum: nach 21.09.1942
  • Todesort: Vernichtungslager Treblinka

Über die Herkunft und Lebensgeschichte von Josef Fried ist nahezu nichts bekannt. Er wurde am 26. Januar 1868 in Merxheim im Landkreis Bad Kreuznach geboren und verdiente sein Geld als Viehhändler. Vermutlich war er verheiratet, denn zwei seiner Kinder haben den Holocaust überlebt und auch nach dem Krieg ein Wiedergutmachungsverfahren angestrengt: Walther, der nach Montreal in Kanada emigrieren konnte, und Margarethe, verh. Schlitzer, die später in London lebte. Es scheint, dass weder Walther noch Margarethe je in Wuppertal gelebt haben.

Auch Josef Fried scheint erst im Jahr 1941 nach Wuppertal gekommen zu sein, nachdem er sein Viehhandelsgeschäft in Bad Sobernheim im Jahr 1936 hatte aufgeben müssen. Vielleicht war er ein Verwandter von Adolf und Emil Fried aus Mogendorf im Westerwald, die in Elberfeld einen Viehhandel betrieben. Der Viehhandel ist ein Klassiker in der Geschichte der jüdischen Berufswahl. Oft verbunden mit dem Metzgerhandwerk, genossen jüdische Viehhändler eine sehr hohe Wertschätzung, was auch mit der jüdischen Vorschrift zu tun hat, große Sorgfalt bei der medizinischen Begutachtung der Tiere walten zu lassen.

Das nationalsozialistische „Boykottheft“ von 1935 führt für Elberfeld noch sieben jüdische Viehhändler auf: Max Appel am Brausenwerth, Emil Frankenberg am Grifflenberg, Adolf und Emil Fried in der Lederstraße bzw. Hainstraße, Hermann Kahn in der Graf-Adolf-Straße, Adolf Leven in der Viehhofstraße und Fritz Rosendahl in der Uellendahler Straße.

Die Deportationsliste Theresienstadt beweist, dass die letzte Wohnadresse von Josef Fried auf jeden Fall die des ehemaligen Altersheims der jüdischen Gemeinde Wuppertal-Elberfeld in der damaligen Straße der SA 73 (heute Friedrich-Ebert-Straße) war, wo im Jahr 1942 auf engstem Raum bereits über 70 meist ältere Personen zwangsweise zusammenlebten. Von dort musste Josef Fried sich am 20. Juli 1942 zum Bahnhof Steinbeck begeben, um mit vielen weiteren Jüdinnen und Juden in das Ghetto Theresienstadt deportiert zu werden. Alle jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Altersheim mussten sich ebenfalls auf dem Bahnhof einfinden.

Nur zwei Monate später, am 21. September 1942, wurde Josef Fried in das Vernichtungslager Treblinka verbracht, wo er vermutlich sofort ermordet wurde. Er wurde 74 Jahre alt.

Quellen


Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Deportationsliste Theresienstadt | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250770, 250771