Erich Levy
Erich Levy (oder Levi) wurde am 15. November 1908 in Elberfeld geboren. Seine Eltern, der in Reydt geborene Kaufmann Arthur Levy und Regina Bottwin aus Bremen, hatten im Jahr zuvor in Elberfeld geheiratet und wohnten in der Elberfelder Königstraße 64 (heute Friedrich-Ebert-Straße). 1913 zog die Familie nach Bremen, wo ein Jahr später Erich Levys Schwester Irmgard zur Welt kam. Die Wohnung der Familie war in der Wartburgstraße 31/33 (heute Bürgermeister-Deichmann- Straße 65). 1926 kaufte Erich Levys Mutter das Haus. Im Erdgeschoss führte sein Vater ein Geschäft mit Berufsbekleidung, Herrengarderobe nach Maß, und einen Rohproduktenhandel unter dem Firmennamen „Arthur Levy & Co.“ Erich Levy konnte dort als kaufmännischer Gehilfe arbeiten.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem bald folgenden Boykott jüdischer Geschäfte gingen die Umsätze des Geschäfts stark zurück. Ständig stand die Drohung im Raum, dass das Haus in der Wartburgstraße zwangsversteigert werden würde.
Im Zuge der gewalttätigen Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung im November 1938 stürmten aggressive Nazis das Ladengeschäft und die Wohnung. Sie schlugen Fenster und Türen ein, verwüsteten die Einrichtung und stahlen Wertgegenstände. Erich Levy und sein Vater wurden verhaftet und am 11. November 1938 in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Nach Wochen der Einschüchterung, der Misshandlungen und Ungewissheit wurden sie unter der Auflage entlassen, über die Bedingungen im Konzentrationslager zu schweigen und sofort auszuwandern.
Erich Levys Mutter war gezwungen, Haus und Grundstück im Frühjahr 1939 zu verkaufen. Der neue nichtjüdische Eigentümer gestattete ihnen, weiterhin als Mieter dort zu wohnen. Auswanderungspläne nach Argentinien ließen sich nicht verwirklichen. Erich Levy und seine Eltern blieben in Bremen, während seiner Schwester Irmgard die Emigration in die USA gelang.
Am 18. November 1941 wurden die drei Levys von Hamburg aus in das Ghetto von Minsk deportiert. Ob sie tatsächlich ins Ghetto „eingesiedelt“ wurden oder in der Vernichtungsstätte Maly Trostenez erschossen wurden, ist nicht mehr festzustellen.
Keiner der drei überlebte die Deportation.
Erich Levy war 33 Jahre alt, als man ihn deportierte.
Seine Schwester Irmgard, verheiratete Metzner, starb 1975 in den USA.
Quellen
https://www.stolpersteine-bremen.de/detail.php?id=701