Ernst Julius Samuel Ast

  • Geburtsdatum: 14.05.1915
  • Geburtsort: Samter (Szamotuly)/ Posen
  • Beruf: Reisevertreter
  • Wohnort:

    Werner-Hannemannstraße 91 (vormals Bachstraße, heute Gathe)

  • Todesdatum: 08.06.1942
  • Todesort: Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg

Über den Kaufmann Ernst Julius Samuel Ast ist nahezu nichts bekannt. Er wurde am 14. Mai 1915 in Samter in Posen geboren – die heute polnische Stadt heißt Szamotuly. Von Beruf Kaufmann, arbeitete Ernst Ast als Kontorist für die Berliner Firma Bierschenk. In Elberfeld wohnte er in der Werner-Hanemann Straße. Diese Straße war erst im Juni 1933 nach einem im Dienst verunglückten SA-Mann so benannt worden, dessen Eltern dort wohnten. Zuvor hatte die Straße nach dem dort verlaufenden Mirker Bach „Bachstraße“ geheißen, und heute heißt sie „Gathe“.

Allerdings ist der Name von Ernst Ast merkwürdigerweise in keinem der Wuppertaler Adressbücher verzeichnet.

Am 21. Juni 1938 wurde Ernst Ast in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin verbracht. Der Grund ist nicht klar, aber eine Vermutung ist, dass er Opfer der so genannten Aktion „Arbeitsscheu Reich“ geworden ist.

Diese Aktion wurde von der Kriminalpolizei zwischen dem 13. und 18. Juni 1938 durchgeführt. Menschen wurden als „asozial“ bewertet und aus diesem Grund verhaftet. Mehr als 10.000 Personen waren davon betroffen und in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Allein in das Konzentrationslager Sachsenhausen wurden rund 6.000 Verhaftete gebracht und mit einem braunen, später schwarzen Winkel als „Asoziale“ gekennzeichnet. In der NS-Zeit diente der Vorwurf der „Arbeitsscheu“ zur Bezeichnung sogenannter „Asozialer“. So wurde charakterisiert, wer „durch gemeinschaftswidriges, wenn auch nicht verbrecherisches Verhalten zeigt, dass er sich nicht in die Gemeinschaft einfügen will“.

Zweieinhalb Jahre später, am 19. November 1940, wurde Ernst Ast in das Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg überführt. Hier blieb er bis zum Frühjahr 1942. Seine gesamte Zeit als KZ-Häftling hatte Ernst Ast Zwangsarbeit zu leisten, vermutlich bis zu seiner völligen Erschöpfung und Arbeitsunfähigkeit. Die Nationalsozialisten verfolgten damit ihr Programm der „Vernichtung durch Arbeit“. Regelmäßig erschienen Ärzte in den Lagern, um die Häftlinge auf ihre Arbeitsfähigkeit zu untersuchen. Wer dazu nicht mehr in der Lage war, wurde selektiert und markiert und in eine der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalten zur Tötung überwiesen.

So geschah es auch mit Ernst Ast: Er wurde am 8. Juni 1942 in die frühere Heil- und Pflegeanstalt Bernburg im heutigen Sachsen-Anhalt überstellt und vermutlich sofort ermordet. Er war 27 Jahre alt.

Quellen


https://gedenkstaette-bernburg.sachsen-anhalt.de | https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/geschichte/totenbuch/die-toten-1940-1945 | Staatsarchiv Hamburg: 332-5-10715 | https://hamburger-euthanasie-opfer.de/suche.php?nachname=Ast&vorname=Ernst%20Julius%20Samuel