Regina Weil, geb. Kahn
Regina Kahn wurde am 18. Januar 1855 als zweites von insgesamt elf Kindern in Albersweiler in der Pfalz geboren. Ihre Eltern waren der Viehhändler Elias Kahn aus Albersweiler und seine Frau Sophia, geborene Levy. Ihr Mann, der Viehhandelsgehilfe Emanuel Weil, stammte ebenfalls aus Albersweiler und war am 2. Juli 1847 dort geboren worden.
Wann die beiden von ihrem Heimatort wegzogen, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass ihre knapp zwei Jahre jüngere Schwester Karolina, verheiratet mit Levy Marcus, in Essen und dann in Solingen lebte.
Eine Weile lebte das Ehepaar Weil ebenfalls in Solingen, in der Malteserstraße 23.
Eine „Witwe Weyl“ ist in der Hebeliste der Solinger Synagogengemeinde 1936/37 mit dem Minimalbetrag von 6 Mark geführt. Es könnte sich um dieselbe Regina Weil handeln, der 1938 laut Gestapo-Akte RW 58-10542 bei der Wiedereinreise aus Luxemburg in das Reichsgebiet der Reisepass entzogen wurde, weil „dieser langfristig ausgestellt war“.
Am 7. Mai 1940 hat sich Regina Weil aus Solingen nach Wuppertal abgemeldet, um in das ehemalige Altersheim der jüdischen Gemeinde Wuppertal-Elberfeld in der damaligen Straße der SA 73 (heute Friedrich-Ebert-Straße) zu ziehen, wo nach und nach auf engstem Raum bereits über 70 meist ältere Personen eingewiesen worden waren. Am 20. Juli 1942 musste sie sich zum Bahnhof Steinbeck begeben, um mit vielen weiteren Jüdinnen und Juden in das Ghetto Theresienstadt deportiert zu werden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Altersheim mussten sich ebenfalls auf dem Bahnhof einfinden.
Schon eine Woche später, am 29. Juli 1942, kam Regina Weil im Ghetto um, vor Hunger, Erschöpfung oder mangelnder Versorgung. Sie war 87 Jahre alt.
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Deportationsliste Theresienstadt | „…daß ich die Stätte des Glückes vor meinem Tode verlassen müßte“. Beiträge zur Geschichte jüdischen Lebens in Solingen, hg. von Manfred Krause, Solinger Geschichtswerkstatt e.V., Solingen 2000, S. 372 | Historischer Arbeitskreis Albersweiler