Margot Falkenheim

Margot Falkenheim

  • Geburtsdatum: 22.11.1925
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Wohnort:

    Kaiserstraße 8 (später Walther-Rathenau-Straße, heute Neumarktstraße), Löwenstraße 4

  • Todesdatum: nach 10.11.1941
  • Todesort: Ghetto Minsk oder Vernichtungsstätte Maly Trostenez

Am 22. November 1925 bekamen Berthold und Luise Falkenheim ihr erstes Kind, Margot. Sie wuchs in Elberfeld in der Walther-Rathenau-Straße 8 mit ihren Eltern und ihren Großeltern Leopold und Selma Falkenheim auf. Diese hatten im Nachbarhaus, Kaiserstraße 10, ein Damenmoden-Geschäft, das „Modehaus Selma Falkenheim“, gegründet, in dem auch Margots Eltern arbeiteten. Johanna Falkenheims Mutter Luise war ausgebildete Putzmacherin und fertigte deshalb in aufwändiger Handarbeit die Hüte für die Kundinnen an.

Als Margot fast acht Jahre alt war, wurde am 17. April 1933 ihre kleine Schwester Johanna geboren. Vermutlich hatten die beiden Kinder eine Kinderfrau, die sich um sie kümmerte, während die Eltern im Geschäft waren. Vielleicht half aber auch die Großmutter im Haushalt, wenn sie nicht sogar, trotz ihres Alters, noch im Geschäft tätig war. Der Großvater, Leopold Falkenheim, war bereits 1927 gestorben.

1935 zog die gesamte Familie, die Eltern Berthold und Luise, die beiden Mädchen und die Großmutter, in die Elberfelder Löwenstraße 4 im Quartier Arrenberg um. Das Hutgeschäft war schon im Jahr zuvor aus der Walther-Rathenaus Straße 10, die von den Nationalsozialisten nun in Hermann-Göring-Straße umbenannt worden war, in die Hausnummer 29 gezogen.

Mit fast dreizehn Jahren musste Margot erleben, wie die Nationalsozialisten die Synagoge in Elberfeld anzündeten, wie sie Geschäfte von jüdischen Inhabern verwüsteten und wie sie Menschen drangsalierten und inhaftierten.

Spätestens in dieser Zeit versuchten viele Familien, ihre Kinder ins sichere Ausland zu bringen. Vermutlich haben das auch Luise und Berthold Falkenheim getan, denn das Passfoto, das von Margot überliefert ist, stammt aus dem Besitz des gebürtigen Elberfelders Alfred Auerbach. Er lebte in England, arbeitete dort im „Oxford Committee for Refugees“, stellte die Kontakte zu den Familien in seiner Heimatstadt her und versuchte, Pflegefamilien für die Kinder und Jugendlichen zu finden. Doch Margot und Johanna blieben in Elberfeld bei ihren Eltern. Die Großmutter Selma war im Mai 1938 gestorben.

Am 10. November 1941 wurden Margot und ihre kleine Schwester Johanna mit den Eltern Luise und Berthold Falkenheim zusammen mit ungefähr 260 anderen Menschen vom Bahnhof Steinbeck aus nach Minsk deportiert. Vermutlich sind sie direkt nach ihrer Ankunft dort oder in der Nähe ermordet worden. Gemeinsam mit ihnen wurde die fünfköpfige Familie der Schwester ihrer Mutter, ihrer Tante Frieda Heidelberg, deportiert.

Seit 2009 liegen in der Löwenstraße 4 vier Stolpersteine für Familie Falkenheim.

Bildnachweis


  • Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Quellen


Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Adressbuch der Jüdischen Gemeinde Wuppertal nach 1945 | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250523