Teofil Alpern

  • Geburtsdatum: 14.09.1886
  • Geburtsort: Hliboka, Bukowina/ Österreich
  • Beruf: Kaufmann
  • Wohnort:

    Kleine Bleichstraße 4 (heute Wesendonkstraße), Gesundheitstraße 11

  • Todesdatum: unbekannt
  • Todesort: verm. Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Teofil Alpern wurde am 14. September 1886 in Hliboka in der Bukowina, ca. 20 Kilometer südlich von Czernowitz, geboren und war damit Bürger der k.u.k Monarchie Österreich-Ungarn. Seit 1910 lebte er im Deutschen Reich. Verheiratet war er mit Louise Wertheim, Tochter des Elberfelder Möbelhändlers Albert Wertheim und seiner Frau Helene, geb. Meyer.

1911 wurde Teofil Alperns erstes Kind geboren, Alexa, und drei Jahre später kam das zweite Kind zur Welt: Hella.

In Elberfeld betrieb Teofil Alpern seit 1913 ein Schuhgeschäft in der Kölner Straße. 1925 hatte er das Geschäft für „Schuhwaren, Groß- und Kleinhandlung“ bereits in die Grünstraße 35 verlegt. Ihre Wohnung hatte die Familie in der Kleinen Bleichstraße 4 (heute Wesendonkstraße), mitten im lebendigen Quartier der Hofaue.

1928 hatte Teofil Alpern sein Geschäft in die Herzogstraße 8 verlegt, 1932 ans Island 1. Auch privat war die Familie mittlerweile umgezogen, und zwar in die Gesundheitstraße 11. Diese Privatadresse wurde dann auch im nationalsozialistischen „Boykottheft“ von 1935 aufgeführt, obwohl Teofil Alpern sein Geschäft wegen der zunehmenden Boykotte schon 1934 aufgegeben hatte.

Im selben Jahr gelang es den Töchtern Alexa und Hella, mittlerweile 23 und 20 Jahre alt, ins Ausland zu emigrieren.

Alexa Alpern hatte eine Ausbildung zur Kauffrau absolviert und bis 1934 im Geschäft ihres Vaters gearbeitet. Sie emigrierte nun über Frankreich nach Belgien, wo sie auch heiratete. Später wanderte sie mit ihrem Mann nach Mexiko aus und ließ sich schließlich in New Jersey nieder.

Hella Alpern war bis 1933 als Sekretärin bei der Barmer Firma Meyer Heumann Nachfolger tätig. Sie war aktives Mitglied der zionistischen Bewegung und emigrierte 1935 nach Palästina.

Nach der erzwungenen Geschäftsaufgabe gründete Teofils Alperns Frau Louise eine eigene Schneiderei, die sie bis 1938 aufrechterhalten konnte.

Am 26. Mai 1939 wurde Teofil Alpern als Ausländer und seiner Frau durch die Polizeiverwaltung Wuppertal, Auswanderungsamt, ein Aufenthaltsverbot für das Deutsche Reich mitgeteilt und mit einer Frist von sechs Wochen ausgewiesen. So flohen die beiden illegal über die Grenze nach Belgien. In Schaerbeck verdiente Louise Alpern in Heimarbeit für die Firma GOFISRA das nötige Geld zum Lebensunterhalt.

Doch schon am 10. Mai 1940, dem Tag des Einmarschs der Deutschen Wehrmacht in Belgien, nahmen Angehörige der deutschen Besatzungstruppen Teofil Alpern fest und lieferten ihn in das Camp du Récébédou in Portet-sur-Garonne ein, etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum von Toulouse entfernt. Kurze Zeit später kam er in das Durchgangslager Drancy bei Paris. Von dort wurde er im August 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort kam er vermutlich sehr bald um oder wurde ermordet.

Bei seiner Deportation war er 56 Jahre alt.

Seine Frau flüchtete zunächst nach Frankreich, kehrte aber Ende Juli 1942 wieder nach Brüssel zurück, wo ihr früherer Arbeitgeber sie bis September 1944 versteckte, so dass sie überleben konnte.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 77720, 76496 | Ulrike Schrader/ Hildegard Jakobs: Ma towu… Alte Gebetbücher der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, Wuppertal 2000, S. 8-9