Johanna Bachenheimer

  • Geburtsdatum: 26.11.1888
  • Geburtsort: Rauschenberg
  • Wohnort:

    Ernststraße 34

  • Todesdatum: 10.05.1942
  • Todesort: Vernichtungsstätte Chełmno

Johanna Bachenheimer wurde als eins von vier Kindern der Eheleute Feist und Amalie Bachenheimer, geb. Katz-Stiefel, in Rauschenberg geboren.

Seit September 1932 lebte die unverheiratete Johanna Bachenheimer bei ihrer Schwester Emma Simon und deren Familie in Wuppertal-Elberfeld im Haus Ernststraße 34. Dort gab es zwei Kinder, den 1922 geborenen Neffen Hans Günter und die 1928 geborene Nichte Ruth.

Ihr Schwager Robert Simon betrieb zusammen mit seinem Bruder Hugo die Handelsfirma „Abraham Simon Söhne“, Rohprodukten-Großhandel in Elberfeld in der Ernststraße 34 und 36. Die Firma kaufte Waren, u.a. Schrott und Metallteile, von Kleinhändlern auf und setzte diese bei Großfirmen wieder ab. Damit machte sie bis zur Wirtschaftskrise gute Umsätze, die aber in der Folge deutlich zurückgingen.

Vermutlich seit 1940 musste auch Johanna Bachenheimer Zwangsarbeit leisten, und zwar als Hilfsarbeiterin bei der Firma Emil Krakow. Sie bekam dafür 6,25 RM in der Woche. Ihr Arbeitsbuch, das sie im Getto von Łódź abgeben musste, hatte die Nummer 198/222075.

Zusammen mit ihrer Schwester und deren Mann und den Kindern musste sich Johanna Bachenheimer am Sonntag, den 26. Oktober 1941, zum Bahnhof Wuppertal-Steinbeck begeben. Von Wuppertal aus wurden sie zusammen mit ca. 200 weiteren Wuppertaler Jüdinnen und Juden zunächst nach Düsseldorf gefahren, wo sie eine Nacht auf dem Schlachthofgelände in Derendorf verbringen mussten. Am nächsten Tag brachte sie ein Transportzug mit 20 Waggons und rund 1000 Jüdinnen und Juden aus dem gesamten Gestapobezirk Düsseldorf in das Ghetto von Łódź.

Im Getto wurden sie mit 73 weiteren Personen in die Kollektivunterkunft Fischstraße 15, Zimmer 3, eingewiesen. Am 9. Mai 1942 wurde Johanna Bachenheimer aus dem Getto „ausgesiedelt“ und am nächsten Tag im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Sie war 54 Jahre alt.

Quellen


Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Deportationsliste Łódź | Jakobs, Hildegard: Im Ghetto Litzmannstadt (Łódź). 1.003 Biografien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten, in Zusammenarbeit mit Angela Genger, Immo Schatzschneider und Markus Roos, hg. vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V., Essen 2011, S. 48f.