Lena Lewin, geb. Aberstein
Lena Aberstein wurde am 22. November 1874 im heute polnischen Kolów geboren. Wann sie ins Wuppertal kam, ist nicht bekannt, auch nichts über ihre familiäre Herkunft.
Verheiratet war sie mit Baruch Bernhard Lewin aus Sarnau (heute Sarnów) Kreis Oppeln, und in Polen, in Łódź, kam auch noch das erste Kind zur Welt, nämlich David Wolf am 6. August 1907. Die beiden Töchter, Hilde und Adele, wurden dann schon 1914 und 1916 in Elberfeld geboren.
Lena Lewins Mann Baruch betrieb einen Rohproduktenhandel in der Bogenstraße 5 (seit 1935 Wielandstraße) in der Elberfelder Nordstadt. Das war offensichtlich sehr erfolgreich, denn laut Adressbuch von 1925 war Baruch Lewin, der sich mit seinem bürgerlichen Vornamen „Bernhard“ eintragen ließ, Eigentümer der beiden Mietshäuser Bogenstraße 3 und 5.
Unter dem Druck der nationalsozialistischen Boykottmaßnahmen mussten Lewins ihr Geschäft 1937 aufgeben.
Am Freitag, den 28. Oktober 1938, ereilte auch die Familie Lewin wie so viele andere jüdische Familien polnischer Staatsangehörigkeit, ein Abschiebebefehl. Insgesamt 130 Personen aus Wuppertal wurden an diesem Tag an die deutsch-polnische Grenze nach Bentschen (polnisch Zbąszyń) in ein Lager abgeschoben, insgesamt rund 17.000 Menschen aus dem gesamten damaligen Deutschen Reich. Auch Lena Lewins Mann, ihr Sohn David Wolf und ihre Tochter Adele waren darunter.
Nur durch die Bemühungen ihrer Tochter Hilde, die ein Ausreisevisum nach Siam beschafft hatte, konnten alle drei wieder nach Wuppertal zurückkehren.
Vermutlich erschöpft und deprimiert durch die schlimmen Ereignisse erkrankte Lena Lewin und wurde in die ehemalige „Israelitische Kuranstalt – Dr. Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt“ Bendorf-Sayn bei Koblenz eingewiesen.
Dort starb sie am 31. Mai 1942 – ein Grab gibt es nicht. Sie war 68 Jahre alt.
Vermutlich erlebte sie nicht mehr mit, dass zunächst ihre Tochter Adele deportiert wurde – im November 1941 nach Minsk –, und dann auch ihr Mann – im Juli 1942 nach Theresienstadt. Ihr Sohn David Wolf wurde in Belgien verhaftet und nach Auschwitz verbracht und ermordet. Die einzige Überlebende der Familie war Hilde, verheiratete Lachs.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250526, 250527, 250528, 246299, 615163 | Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Genisa