Ernestine Fried, geb. Popielarz

  • Geburtsdatum: 05.05.1902
  • Geburtsort: Jarotschin (heute Jarocin/ Polen)
  • Beruf: Kauffrau
  • Wohnort:

    Oberer Dorrenberg 2, Hainstraße 2, Markomannenstraße 32

  • Todesdatum: nach 10.11.1941
  • Todesort: Ghetto Minsk oder Vernichtungsstätte Maly Trostenez

Ernestine Popielarz wurde am 5. Mai 1902 in Jarotschin in Posen geboren. Über ihre Eltern ist nichts bekannt. Sie hatte noch einen älteren Bruder, den am 3. Juli 1897 ebenfalls in Jarotschin geborenen Elias. Auch er kam ins Wuppertal.

Ernestine Popielarz war verheiratet mit Emil Fried aus dem Westerwald, mit dem sie 1935 die Tochter Helga bekam. Ernestine und Emil Fried wohnten zunächst am Oberen Dorrenberg 2, später in der Markomannenstraße 32. Gemeinsam mit ihrem Schwiegervater Adolf Fried betrieb Ernestines Mann einen Viehhandel in der Hainstraße, den er wegen der antijüdischen Boykottmaßnahmen 1934 zunächst auf ihren Bruder Elias überschrieb, 1938 aber endgültig aufgeben musste.

Vom 17. November bis zum 1. Dezember 1938 war Ernestine Frieds Mann im Zuge der gewaltsamen Aktionen gegen die Juden Anfang November 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert – ihre kleine Tochter war gerade drei Jahre alt. Nach seiner Rückkehr wurde er bis 1941 zur Zwangsarbeit verpflichtet.

Am 10. November 1941 mussten Ernestine Fried, ihr Mann und die kleine Tochter Helga sich von den Schwiegereltern verabschieden, die im selben Haus wohnten. Die Familie hatte den Befehl bekommen, sich mit Gepäck und Proviant für einen Transport zum Steinbecker Bahnhof zu begeben. Auch Ernestine Frieds Bruder Elias Popielarz musste mit auf diesen Transport. Am Bahnhof stand ein langer Zug bereit, der rund 1000 Menschen aus dem gesamten Gestapobezirk Düsseldorf in das Ghetto von Minsk brachte, das er am 15. November 1941 erreichte.

Vermutlich nur kurze Zeit später wurde Ernestine Fried ermordet. Ein genaues Todesdatum gibt es nicht.

Ernestine Fried wurde höchstens 43 Jahre alt.

Auch ihre Schwiegereltern Eltern wurden Opfer des Holocaust, aber ihr Schwager Max Fried und ihre Schwägerin Alma Katz haben den Holocaust glücklicherweise überlebt.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250627, 421478 | Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Gebetbuch (Genisa), Deportationsliste Minsk