Moritz Miedzinski

  • Geburtsdatum: 30.09.1896
  • Geburtsort: Radomsko/ Russland
  • Beruf: Händler, Hutmacher
  • Wohnort:

    Höchstenstraße 26 (heute Höchsten), Friedrichstraße 30

  • Todesdatum: unbekannt
  • Todesort: unbekannt

Radomsko geboren. Über seine Kindheit, Schulzeit und Jugend ist nichts bekannt. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns und des Hutmachers. Vermutlich wanderte Moritz Miedzinski mit seinem zwei Jahre älteren Bruder David zusammen ins Wuppertal ein.

Verheiratet war Moritz Miedzinski mit der ein Jahr älteren Krankenschwester Minna, geb. Kampf, die in Elberfeld geboren worden war. Ob seine Frau ihren Beruf auch ausübte, ist nicht sicher.

Am 22. Mai 1925 wurde seine Tochter Hannelore geboren. Als diese acht Jahre alt war, übernahmen die Nationalsozialisten die Regierung in Deutschland. Schon im Jahr 1933 wurden die Inhaber jüdischer Geschäfte und Unternehmen boykottiert und der normale Alltag zunehmend erschwert. 1935 erschien das antijüdische“ Boykottheft“, in dem auch die Namen von Moritz und David „Mietzinzki“ aufgeführt wurden – beide als Händler, Moritz mit der Adresse Friedrichstraße 30a, David mit der Friedrichschulstraße 21 (S. 20).

Moritz Miedzinskis Tochter Hannelore, die sehr gern Medizin studiert hätte, musste die Schule vor dem Abitur abbrechen. Es gelang den Eltern, sie mit einem Kindertransport nach Holland außer Landes bringen zu lassen. Hannelore Miedzinski gelangte auf diese Weise nach Palästina, heiratete dort und nannte sich in ihrem neuen Land Israel Hanna Lea Katabi.

Am Freitag, den 28. Oktober 1938, betraf die ganze Familie ein großes Unglück: Wie rund 17.000 weiteren Juden und Jüdinnen polnischer Staatsangehörigkeit wurden auch Moritz Miedzinski und seine Frau Minna verhaftet, um an die deutsch-polnische Grenze abgeschoben zu werden. Die polnische Regierung hatte der deutschen das Ultimatum gestellt, allen polnischen Juden die Staatsangehörigkeit zu entziehen, die seit mehr als fünf Jahren nicht mehr in Polen lebten. Um zu vermeiden, dass diese Personen staatenlos würden, verhaftete die Polizei alle Betreffenden und schob sie in großen Transporten nach Zbąszyń (Bentschen) ab.

Mit dem Ehepaar Miedzinski waren auch der Bruder David Miedzinski mit seiner Frau Esther und dem 15-jährigen Sohn Otto von dieser Aktion betroffen. Nur Otto Miedzinski gelang irgendwie die Flucht aus Polen. Er überlebte den Holocaust.

Von den beiden Ehepaaren kehrte niemand wieder zurück.

Moritz Miedzinski war 42 Jahre alt, als man ihn aus Deutschland deportierte.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250286, 428972, 250075 | Yad Vashem: Gedenkblatt