Paul Jacob Willstädt
Paul Jacob Willstädt wurde am 6. Dezember 1890 in Koblenz geboren. Seine Eltern waren Leo Willstädt (geboren 9.3.1856) und dessen Frau Lina, geb. Willstädt (geboren 1.10.1868). Ob Paul Willstädt Geschwister hatte, ist nicht bekannt, auch nicht, wann er mit seinen Eltern ins Wuppertal kam.
Verheiratet war Paul Willstädt mit Agnes, geb. Linnhoff aus Bochum, die fünf Jahre jünger war als er. Mit ihr gemeinsam führte er eine Heißmangel an der Bleichstraße 12 – diese Straße gibt es heute nicht mehr, sondern ist ein Teil der heutigen Bundesallee. Agnes Willstädt arbeitete in dem Geschäft als Büglerin, und vermutlich verrichtete Paul Willstädt die körperlich schwereren Arbeiten und die Wirtschaftsführung. Privat wohnte das Ehepaar Willstädt in der Gesundheitstraße 9.
Am 8. August 1924 starb Paul Willstädts Mutter Lina und wurde auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg auf Feld G/II bestattet. Auch sein Vater, der vier Jahre später, am 30. Dezember 1928, starb, wurde dort beerdigt.
Nach der nationalsozialistischen Regierungsübernahme geriet auch das Geschäft der Willstädts in den Fokus der Verfolger. Im antijüdischen „Boykottheft“ von 1935 wurde die Heißmangel mit der Adresse Bleichstraße 12 auf S. 33 verzeichnet, um den Betrieb leichter boykottieren und kontrollieren zu können.
Im Zuge der gewaltsamen Ausschreitungen gegen die jüdischen Bevölkerung Anfang November 1938 wurde auch Paul Willstädt verhaftet und mit rund 90 weiteren jüdischen Männern aus Wuppertal in das Konzentrationslager Dachau verbracht, wo er die Häftlingsnummer 29658 erhielt. Am 1. Dezember wurde er wieder entlassen.
Es ist nicht klar, wann und wie Paul Jacob Willstädt ums Leben gekommen ist. Den Holocaust überlebte er nicht. Er wurde höchstens 55 Jahre alt.
Seine Frau Agnes heiratete 1947 ein zweites Mal. Mehr ist über sie nicht bekannt.