Martin Majdic
Martin Majdic wurde am 25. September 1905 in Sterkrade (heute Oberhausen) geboren. Seine Eltern waren Johann Majdic, der ursprünglich aus Österreich kam und katholisch war, und dessen Frau Henriette Goldenberg, einer Jüdin aus Oberhausen. Martin Majdic hatte noch vier Schwestern: Henriette, Hanni, Antonie und Amalie. Als er etwa zwei Jahren alt war, starb sein Vater. Seine Mutter heiratete nun einen Herrn Soba, mit dem sie noch zwei Söhne bekam: Josef und Florian. Doch auch die Mutter starb schon recht früh, im Jahr 1922, als Martin Majdic erst 17 Jahre alt war. Mehr ist über seinen familiären Hintergrund bisher nicht bekannt.
Ebenfalls ist nicht bekannt, wie er in das Wuppertal kam. Im Dezember 1934 heiratete er jedoch in Vohwinkel die dort im Jahr 1912 geborene Seidenweberin Maria Dörr. Zusammen wohnten sie in der Nietzschestraße 13a. Schon seit Oktober 1927 arbeitete er als Obergärtner bei der in Vohwinkel nur ein paar Häuser weiter, in der Nietzschestraße 25, ansässigen Gartenbaufirma Jacobi.
Im Dezember 1944 wurde Martin Majdic verhaftet und in das Zwangsarbeitslager Torgau deportiert, wo er Erdarbeiten verrichten musste. Bei einem der Arbeitseinsätze kam es zu einem Unfall mit einem mit Holz beladenen LKW, bei dem er sich offenbar Kopfverletzungen zuzog.
Martin Majdic überlebte das Lager und kam am 3. Juni 1945 wieder nach Wuppertal zurück. Dort konnte er sofort seine Arbeit in der Gärtnerei Jacobi wieder aufnehmen. Seine Arbeitgeber hatten ihm seine Stelle freigehalten.
Doch die Zeit im Lager hatte Spuren hinterlassen. Er hatte körperliche Beeinträchtigungen, die mutmaßlich auf den Unfall zurückzuführen waren. Außerdem litt er an Depressionen.
Am 26. Juni 1945, drei Wochen nach seiner Rückkehr, wurde er morgens bei Dienstbeginn tot im Wasserbassin der Gärtnerei Jacobi gefunden. Die Untersuchung der Polizei ergab, dass er sich mit einem Pflanzenschutzmittelvergiftet hatte.
Seine Witwe, Maria Majdic, lebte noch 1972 in Wuppertal.
Seine vier Schwestern und zwei Halbbrüder haben den Holocaust überlebt.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Sterbeurkunde Vohwinkel 310/1945, Akten für Wiedergutmachung 246232 und 11762