David Miedzinski

  • Geburtsdatum: 27.09.1894
  • Geburtsort: Radomsko/ Russland
  • Beruf: Händler
  • Wohnort:

    Friedrichschulstraße 21

  • Todesdatum: verm. 1941
  • Todesort: verm. Polen

David Miedzinski wurde am 27. September 1894 im russischen Radomsko geboren. Über seine Kindheit, Schulzeit und Jugend ist nichts bekannt. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns. Vermutlich wanderte David Miedzinski mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Moritz zusammen ins Wuppertal ein.

Verheiratet war David Miedzinski mit der zwei Jahre jüngeren Esther, geb. Weinberg, die in Łódź geboren worden war. Am 15. März 1923 wurde dem Paar der Sohn Otto geboren.

Als dieser zehn Jahre alt war, übernahmen die Nationalsozialisten die Regierung in Deutschland. Schon im Jahr 1933 wurden die Inhaber jüdischer Geschäfte und Unternehmen boykottiert und der normale Alltag zunehmend erschwert. 1935 erschien das antijüdische“ Boykottheft“, in dem auch die Namen von David und Moritz „Mietzinzki“ aufgeführt wurden – beide als Händler, David mit der Friedrichschulstraße 21, Moritz mit der Adresse Friedrichstraße 30a (S. 20).

David Miedzinskis Nichte Hannelore, die sehr gern Medizin studiert hätte, musste die Schule vor dem Abitur abbrechen. Es gelang ihren Eltern, sie mit einem Kindertransport nach Holland außer Landes bringen zu lassen. Hannelore Miedzinski gelangte auf diese Weise nach Palästina, heiratete dort und nannte sich in ihrem neuen Land Israel Hanna Lea Katabi.

Am Freitag, den 28. Oktober 1938, betraf die ganze Familie ein großes Unglück: Wie rund 17.000 weiteren Juden und Jüdinnen polnischer Staatsangehörigkeit wurden auch David Miedzinski, seine Frau Esther und der Sohn Otto verhaftet, um an die deutsch-polnische Grenze abgeschoben zu werden. Die polnische Regierung hatte der deutschen das Ultimatum gestellt, allen polnischen Juden die Staatsangehörigkeit zu entziehen, die seit mehr als fünf Jahren nicht mehr in Polen lebten. Um zu vermeiden, dass diese Personen staatenlos würden, verhaftete die Polizei alle Betreffenden und schob sie in großen Transporten nach Zbąszyń (Bentschen) ab.

Mit dem Ehepaar Miedzinski waren auch der Bruder Moritz Miedzinski mit seiner Frau Minna von dieser Aktion betroffen. Nur Otto Miedzinski gelang irgendwie die Flucht aus Polen. Er überlebte den Holocaust.

Von den beiden Ehepaaren kehrte niemand wieder zurück.

David Miedzinski war 44 Jahre alt, als man ihn aus Deutschland deportierte.

Quellen


Akten für Wiedergutmachung 250286, 428972, 250075