Suchanzeige von Siegfried Hirschel nach seinen Schwestern Else und Hirschel, Jüdische Allgemeine Zeitung, April 1945

Hildegard Fanny Hirschel, gen. Hilde

  • Geburtsdatum: 15.02.1906
  • Geburtsort: Barmen (heute Wuppertal)
  • Beruf: Verkäuferin
  • Wohnort:

    Rödiger Straße 55, Barmer Straße 70

  • Todesdatum: nach 10.11.1941
  • Todesort: Ghetto Minsk oder Vernichtungsstätte Maly Trostenez

Hildegard Fanny Hirschel, genannt Hilde, wurde am 15. Februar 1906 in Barmen in der Rödiger Straße 55 geboren. Ihre Eltern waren Hermann und Wilhelmine, genannt Minna, Hirschel, geborenen Wolff.

Sie hatte sechs ältere Geschwister – die ab 1891 in aufeinanderfolgenden Jahren geborenen Max, Wilhelm, Otto und Else, die 1896 geborene Leonie und die nochmals zwei Jahre jüngere Doris Philippine. Und 1908 kam noch der jüngste Bruder Siegfried zur Welt.

Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Kauffrau und arbeitete als Kontoristin. Man kann vermuten, dass sie im Geschäft ihres Vaters Hermann mitarbeitete, der seine Firma am Gemarker Ufer 29 betrieb. Am 23. September 1935 starb die Mutter; ein Grab auf einem der jüdischen Friedhöfe scheint nicht zu existieren. Etwa eine Dekade lang war Hilde Hirschel in dem Eier-Butter-Käse-Importwarengeschäft von Michael Kundel in Barmen tätig. Von 1939 bis 1940 arbeitete sie bei der Firma Carl Jäger.

In der Deportationsliste von 1941 ist ihr letzter Wohnsitz mit Barmer Straße 94 angegeben. Am 10. November 1941 wurde sie gemeinsam mit ihrer Schwester Else und weit über 200 weiteren Menschen aus Wuppertal in das Ghetto der weißrussischen Stadt Minsk deportiert und sehr wahrscheinlich bald nach ihrer Ankunft dort oder im nahegelegenen Ort Maly Trostenez erschossen.

Ihr Bruder Siegfried und ihre Schwester Leonie hatten den Holocaust überlebt. Siegfried gab im April 1946 eine Suchanzeige in der „Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung“ nach seinen Schwestern Else und Hilde auf. Das war vergeblich. Daraufhin ließ er eine Gedenktafel für seine Schwestern anfertigen und auf dem jüdischen Friedhof Barmen an der Hugostraße anbringen. Auf dem erhaltenen Fragment ist noch zu lesen und zu rekonstruieren: „[Aus der] Deportation [sind] nicht zurückgekehrt [Else] Hirschel, geb. 2.12.1894, [Hilde] Hirschel, geb. 15.2.1906.“

Bildnachweis


  • Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Geburtsurkunde Barmen 705/1906, Akte für Wiedergutmachung 246143, 246144