Julius Levy

  • Geburtsdatum: 03.07.1863
  • Geburtsort: Eschwege
  • Wohnort:

    Kastanienstraße 28 (heute Espenstraße), Platanenstraße 7, Hofaue 81

  • Todesdatum: 11.08.1942
  • Todesort: Ghetto Theresienstadt

Julius Levy, wurde am 3. Juli 1863 in eine große jüdische Familie in Eschwege geboren. Seine Eltern waren Leopold Lazarus Elieser Levi, der 1832 auch schon in Eschwege geboren worden war, und die fünf Jahre jüngere Henriette, geb. Brandenstein. Julius Levy hatte zwei ältere Geschwister: den zwei Jahre älteren Bruder Albert und die ein Jahr ältere Schwester Franziska. Nach ihm wurden in dichter Folge noch fünf Geschwister geboren: Pauline, Siegmund, Max und zwei namentlich nicht bekannte Kinder. Sein Vater starb 1897, seine Mutter Henriette 1914, beide in Eschwege.

Am 6. August 1893 heiratete er die acht Jahre jüngere Ida Oppenheim aus Frankfurt, und drei Jahre später wurde das erste Kind geboren: Alfred. 1900 kam die Tochter Emmy zur Welt, und mit großem Abstand, 1912 die jüngste, Edith, die in Kassel geboren wurde.

1924 heiratete Julius Levys Tochter Emmy den Kaufmann Julius Mendels aus Kassel, dessen Eltern das Engros-Geschäft „Windmüller&Mendels“ in der Elberfelder Hofaue 77-81 betrieben.

1925 starb Julius Levy Frau Ida im Altern von 54 Jahren in Kassel. Möglicherweise zog der 62-jährige Witwer nun erst aus Kassel nach Elberfeld, um in der Nähe seiner Tochter Emmy zu sein. Vermutlich wohnte er nun in der Elberfelder Kastanienstraße 28 (heute Espenstraße), später in der Platanenstraße 7 bei der Familie Mendels, die gerade erst Nachwuchs bekommen hatte: Am 5. September 1925 war das Enkelkind Adolf geboren worden.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten bemühten sich alle Familienmitglieder bald um die Emigration. Julius Levys Tochter Emmy und ihrer Familie und der Tochter Edith gelang es, nach Australien zu kommen, sein Sohn Alfred wanderte in die USA aus. So konnten alle seine drei Kinder überleben.

Warum Julius, vermutlich nach der Ausreise seiner Kinder Ende der 1930er Jahre, nach Hannover zog, ist nicht klar. Ihm selbst gelang eine Emigration jedenfalls nicht mehr. Am 24. Juli 1942 wurde er von Hannover in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Schon wenige Tage später, am 11. August, kam er dort um, 79 Jahre alt.

Seine Kinder wurden alle alt: Alfred starb 98-jährig am 27. Juni 1994 in den USA, Emmy mit 88 Jahren am 23. August 1988 in Sydney, und Edith mit 96 Jahren am 10. Dezember 2008, ebenfalls in Australien.

Quellen


Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge: Sammlung Föhse (Mendels, Emmy) | https://www.geni.com/people/Julius-Levy/6000000015521097269