Wolfgang-Bernhard Weyl
Wolfgang-Bernhard Weyl wurde am 17. Januar 1920 in Elberfeld geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt Dr. Bernhard Weyl. Er war bei der Geburt seines Sohnes schon 45 Jahre alt. Seine nichtjüdische Frau Ottilie, geb. Schumann, genannt Tilly, war 22 Jahre jünger als ihr Mann. Bernhard Weyl betrieb seine Kanzlei in der Herzogstraße 22, privat wohnte die Familie in der Gutenbergstraße 49 im Quartier Arrenberg.
Wolfgang Weyls Vater starb am 18. Dezember 1930 und wurde auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg auf Feld H/VIII bestattet. – das Kind war erst zehn Jahre alt. Die Kanzlei wurde nun von seinem Schwager Carl Schumann übernommen.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Wolfgang Weyls Kindheit von der antijüdischen Diskriminierungspolitik überschattet – er galt als „Halbjude“. 1937und 1938 wurde er mehrmals unter verschiedenen Vorwänden verhaftet. Am 11. August 1938 bestand er sein Abitur am Realgymnasium an der Aue und erlernte danach den Beruf des „Chemiewerkers“. Anfang 1939, mit 19 Jahren, wurde er zur Wehrmacht eingezogen, dann aber im Jahr 1940 wieder als „wehrunwürdig“ ausgestoßen, weil er der Sohn eines jüdischen Vaters war.
Wolfgang Weyl arbeitete als Laborant bei der Bemberg Forschungsgesellschaft in Barmen. Er stand allerdings unter ständiger polizeilicher Beobachtung. Nach dem Attentatsversuch auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde die Situation gefährlich, weil nun jede beliebige missliebige Person in den Verdacht geraten konnte, an diesem Komplott beteiligt gewesen zu sein. Seit dem 2. August 1944 leistete er Zwangsarbeit in einem Lager in Pfaffendorff-Bedburg bei Erfurt und wurde, weil er „als Mischling ersten Grades“ galt, „wegen abfälliger Äußerungen“ über Hitler am 2. September 1944 im Keller der Messehallen Köln verhört (vermutlich auch misshandelt), kam dann in Schutzhaft ins Polizeigefängnis Köln-Deutz und wurde vier Tage später nach Elberfeld ins Gefängnis Bendahl überstellt, wo er in Einzelhaft saß. Mitte Januar 1945 wurde er in das Landgerichtsgefängnis Arnsberg eingeliefert. Am 9. Februar 1945 wurde die Stadt Arnsberg bombardiert und auch das Gefängnis getroffen. Wolfgang Weyl starb an den Folgen seiner schweren Verletzungen am selben Tag. Er war 25 Jahre alt.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 75 853