Heinrich Menko

  • Geburtsdatum: 13.01.1887
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Beruf: Althändler
  • Wohnort:

    Ernststraße 1, Bendahler Straße 13

  • Todesdatum: 01.02.1943
  • Todesort: Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Der Althändler Heinrich Menko war am 13. Januar 1887 in Elberfeld geboren worden. Seine Eltern waren Albert Menko und dessen Frau Helene, geb. Simon. Laut dem Elberfelder Adressbuch aus dem Jahr 1885 war Albert Menko Teilhaber der Firma „Gebrüder Menko“ und wohnte in der Ernststraße 1. Diese Teilhaber waren die Brüder Nathan, Benjamin und eben Albert Menko, und der Firmensitz war an der Königstraße 108a. Die Firma war ein Handel für Rohprodukte.

Heinrich Menkos Onkel Nathan wohnte mit seiner Familie in der Bahnhofstraße 40, der Onkel Benjamin an der Gesundheitstraße 111.

Nathan Menko, geboren 1845, starb schon im Jahr 1898 und wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße bestattet, wo auch das Grab seiner ein Jahr später gestorbenen Frau Bernhardine, geb. Wertheim sich befindet.

Heinrich Menko hatte einen sechs Jahre älteren Bruder: Ludwig. Die beiden Brüder stiegen in das Geschäft des Vaters ein, und als 1935 das nationalsozialistische „Boykottheft“ erschient, tauchte es unter dem Firmennamen „Gebrüder Menko, Abfall- und Rohprodukten“ mit der Adresse Haspeler Schulstraße 5 auf (S. 19). Die Brüder werden als die Inhaber bezeichnet. Heinrich Menkos Mutter Helene war zu diesem Zeitpunkt schon verwitwet, ist aber ebenfalls in diesem antisemitischen Druckwerk aufgeführt mit ihrem Wohnsitz in der Bendahler Straße 13, bei ihrem Sohn Heinrich. Ludwig Menkos private Adresse war die Kronenstraße 11 in Barmen.

Überhaupt scheint die Familie sich nach Barmen orientiert zu haben. Der Onkel Benjamin Menko, geboren 1848, starb 1926. Sein Grab befindet sich neben dem seiner Frau Pauline, geb. Simon, auf dem jüdischen Friedhof in Barmen an der Hugostraße. Auch das Grab der Eltern von Heinrich Menko befindet sich auf diesem Friedhof – leider fehlt die Beschriftung. Die Frauen – Pauline und Helene, waren beide geborene „Simon“, und es ist gut möglich, dass die Brüder mit zwei Schwestern verheiratet waren.

Am 29. April 1937 starb Heinrich Menkos Schwägerin Erna Menko, geb. Friede, die Frau seines Bruders Ludwig. Die Brüder bestatteten sie in dem Grab ihres nur fünf Jahre alt gewordenen Sohnes Heinz (1912-28.4.1917), auch auf dem jüdischen Friedhof in Barmen. Heinrich Menko scheint nicht verheiratet gewesen zu sein.

Mit der Zuspitzung der Verfolgung entschieden sich die Brüder zur Emigration in die Niederlande. Doch nach dem Einmarsch der deutschen Truppen und der Besetzung des Landes wurde es für jüdische Flüchtlinge gefährlich. Heinrich Menko wurde verhaftet und am 19. Januar 1943 im Durchgangslager Westerbork interniert. Von dort aus wurde er zehn Tage später in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. Schon wenige Tage später, am 1. Februar 1943, wurde er dort getötet. Er war 56 Jahre alt.

Sein Bruder kam ein halbes Jahr später um.

Quellen


Yad Vashem: Gedenkblatt |Arolsen Archives: Inhaftierungskarte (DocID 130340760), Suchanfrage (DocID 86389437, 86389438, 86389439, 86389440) | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 612953