Sophie Culp, geb. Fränkel
Sophie Fränkel wurde am 25. September 1868 in Fürth in Bayern geboren. Sophie war das zweite von vier Kindern des Fabrikbesitzers Nathan Fränkel und seiner Frau Fanny, geb. Heßlein.
Laut einer Darstellung ihrer Heimatstadt Fürth heiratete sie 1891 in Fürth den Bankier Siegfried Culp, der am 2. Oktober 1856 in Unna geboren worden war. Das Paar wohnte dann in der Unteren Lichtenplatzer Straße 78. Auf dem jüdischen Friedhof an der Hugostraße existiert eine Familiengrabstätte Culp, so dass es sein kann, dass Siegfried Culp dort bestattet wurde, aber genaue Lebensdaten existieren nicht von ihm.
Sophie Culp emigrierte schon früh, im Jahr 1933 mit ihrer am 28. Juni 1893 in Barmen geborenen Tochter Elisabeth Roos, ihrem Schwiegersohn Siegfried Roos und deren Kind Bernd in die Niederlande, um sich vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu schützen. Die Familie wohnte dort in der Stadt Tilburg. Aber im Sommer 1944 flog ihre Existenz im Untergrund auf: Am 15. August 1944 wurde Sophie Culp zunächst in das Sammellager Westerbork bei Amsterdam verbracht und zwei Wochen später, am 3. September 1944, in das Vernichtungslager Auschwitz, wo sie vermutlich sofort ermordet wurde.
Sophie Culp war 76 Jahre alt.
Auch ihr Bruder Adolf Abraham Fränkel, geboren 1874 in Fürth, überlebte den Holocaust nicht, sondern kam 1944 im Ghetto Theresienstadt um.
Sophie Culps Enkelin Anita Mayer, die als Einzige der Familie überlebt hatte und in Toronto lebte, reichte ein Gedenkblatt für ihre Großmutter in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ein.
Quellen
Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 77339, 11153, 11155 | https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00138#ID_