Herta Blumenthal, geb. Wertheim

  • Geburtsdatum: 16.05.1907
  • Geburtsort: Barmen (heute Wuppertal)
  • Wohnort:

    Unterdörner Straße 133 (heute Unterdörnen)

  • Todesdatum: nach 09.12.1942
  • Todesort: Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Herta Wertheim wurde am 16. Mai 1907 als Tochter des Arztes und Sanitätsrats Dr. David Wertheim und seiner Frau Hedwig, geb. Simon, in Barmen geboren. Die Familie wohnte in der Unterdörner Straße 133 (heute Unterdörnen), wo sie vermutlich ein gutbürgerliches Familienleben pflegte, Theater und Konzerte besuchte und möglicherweise selbst musizierte.

Im Alter von 23 Jahren heiratete Herta Wertheim den sieben Jahre älteren Rechtsanwalt Julius Blumenthal aus Danzig und zog mit ihm in die Hauptstadt. Julius Blumenthals Eltern waren der Rabbiner Dr. Louis Blumenthal und die Lehrerin Flora Hollander. Julius Blumenthal wuchs in Berlin auf, wo sein Vater als Rabbiner und Prediger in den Synagogen in der Oranienburger Straße und in der Lindenstraße tätig war.1925 hatte Herta Blumenthals Mann eine eigene Kanzlei in der Oranienburger Str. 1 in Berlin-Mitte eröffnet. Das Paar wohnte zunächst am Monbijouplatz 4 bei den Schwiegereltern. Die junge Ehefrau arbeitete im Büro ihres Mannes. Kinder wurden keine geboren.

Ende Mai 1933 wurde Herta Blumenthals Mann die Zulassung als Rechtsanwalt entzogen, sodass er seine Praxis aufgeben musste und auch ein Wohnungswechsel nötig wurde. Zuletzt wohnte das Paar in der Rosenthaler Straße 40/41.

Da es in der Familie Blumenthal üblich war, sich sozial zu engagieren, setzten Julius und Herta Blumenthal ihre Arbeitskraft für die Jüdische Gemeinde ein. Dr. Julius Blumenthal war 1939 Leiter der Rechtsabteilung und arbeitete als juristischer Berater in der Redaktion des „Jüdischen Nachrichtenblatts“ mit. Er schrieb nahezu 200 Artikel in der Rubrik „Aus Recht und Wirtschaft“, in denen er sich mit den immer zahlreicheren antisemitischen Gesetzen befasste, die die Nationalsozialisten erließen.

Am 19. Oktober 1942 ordnete die Berliner Gestapo an, dass sämtliche Angestellten der Jüdischen Gemeinde am folgenden Morgen anzutreten hätten. Bei dieser sogenannten Gemeindeaktion selektierte die Gestapo aus den Reihen der Angestellten eine Gruppe, die kurz darauf mit ihren Familien deportiert werden sollte. Einige der zum Transport bestimmten Angestellten tauchten jedoch unter. Die Gestapo nahm daraufhin 20 führende Gemeindemitglieder als Geiseln in Haft, darunter auch Dr. Julius Blumenthal. Er wurde zusammen mit sieben anderen Geiseln am 3. Dezember 1942 um 11.30 Uhr im Konzentrationslager Sachsenhausen erschossen.

Wenige Tage später, am 9. Dezember 1942, wurde seine Frau Herta Blumenthal zusammen mit weiteren Angehörigen sowie den übrigen Geiseln nach Auschwitz deportiert und sofort ermordet.

Herta Blumenthal war 35 Jahre alt.

Ihre Mutter Hedwig Wertheim scheint früh gestorben und auf dem jüdischen Friedhof bestattet worden zu sein, ihr Vater ist vermutlich rechtzeitig aus Deutschland entkommen.

Ihre Schwiegereltern wurden am 17. März 1943 nach Theresienstadt deportiert und kamen dort ebenfalls ums Leben.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Geburtsregister Barmen 1844/1907 | Arolsen Archives: Transportliste 24. Osttransport nach Auschwitz (DocID 127207604) | https://www.stolpersteine-berlin.de/de/oranienburger-str/1/julius-blumenthal