Minna Miedzinski, geb. Kampf

  • Geburtsdatum: 17.05.1895
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Beruf: Krankenschwester
  • Wohnort:

    Höchstenstraße 26 (heute Höchsten), Friedrichstraße 30

  • Todesdatum: unbekannt
  • Todesort: unbekannt

Minna Kampf wurde am 17. Mai 1895 als Tochter des Händlers Heinrich Kampf und seiner Frau Berta, geb. Löwenstein, in Elberfeld geboren. Die Familie lebte hier in der „Höchstenstraße“ 26 (heute Höchsten).

Über ihre Kindheit, Schulzeit und Jugend ist nichts bekannt. Verheiratet war Minna Kampf mit dem Händler und Hutmacher Moritz Miedzinski, der 1896 in Radomsko in Russland geboren worden war. Vermutlich war er mit seinem zwei Jahre älteren Bruder David zusammen ins Wuppertal eingewandert.

Minna Miedzinski hatte den Beruf der Krankenschwester gelernt, aber ob sie diese Tätigkeit auch ausübte, ist nicht sicher.

Am 22. Mai 1925 wurde ihre Tochter Hannelore geboren. Als diese acht Jahre alt war, übernahmen die Nationalsozialisten die Regierung in Deutschland. Schon im Jahr 1933 wurden die Inhaber jüdischer Geschäfte und Unternehmen boykottiert und der normale Alltag zunehmend erschwert. 1935 erschien das antijüdische“ Boykottheft“, in dem auch die Namen von Moritz und David „Mietzinzki“ aufgeführt wurden – beide als Händler, Moritz mit der Adresse Friedrichstraße 30a, David mit der Friedrichschulstraße 21 (S. 20).

Minna Miedzinskis Tochter Hannelore, die sehr gern Medizin studiert hätte, musste die Schule vor dem Abitur abbrechen. Es gelang den Eltern, sie mit einem Kindertransport nach Holland außer Landes bringen zu lassen. Hannelore Miedzinski gelangte auf diese Weise nach Palästina, heiratete dort und nannte sich in ihrem neuen Land Israel Hanna Lea Katabi.

Am Freitag, den 28. Oktober 1938, betraf die ganze Familie ein großes Unglück: Wie rund 17.000 weiteren Juden und Jüdinnen polnischer Staatsangehörigkeit wurden auch Minna Miedzinski und ihr Mann Moritz verhaftet, um an die deutsch-polnische Grenze abgeschoben zu werden. Die polnische Regierung hatte der deutschen das Ultimatum gestellt, allen polnischen Juden die Staatsangehörigkeit zu entziehen, die seit mehr als fünf Jahren nicht mehr in Polen lebten. Um zu vermeiden, dass diese Personen staatenlos würden, verhaftete die Polizei alle Betreffenden und schob sie in großen Transporten nach Zbąszyń (Bentschen) ab.

Mit dem Ehepaar Miedzinski waren auch der Schwager David Miedzinski mit seiner Frau Esther und dem 15-jährigen Sohn Otto von dieser Aktion betroffen. Nur Otto Miedzinski gelang irgendwie die Flucht aus Polen. Er überlebte den Holocaust.

Von den beiden Ehepaaren kehrte niemand wieder zurück.

Minna Miedzinski war 43 Jahre alt, als man sie aus Deutschland deportierte.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Geburtsurkunde Elberfeld 1888/1895 | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250286, 428972, 250075 | Yad Vashem: Gedenkblatt