Werner Dahl
Werner Dahl wurde am 2. Mai 1919 in Tübingen geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Hugo Dahl, geboren am 16. Januar 1887 in Hünshoven, und dessen Ehefrau Marta (Martha), geb. Weil. Bis März 1924 lebte Werner Dahl mit seiner Familie in der Nauklerstraße 31 in Tübingen. Dann zog die Familie nach Elberfeld, wo sie zunächst in der Katernberger Straße 2 und ab August 1932 in der Bayreuther Straße 63 wohnte. Werner Dahl machte nach der Schule von 1935 bis 1938 eine Ausbildung zum Setzer und Drucker im Staatsverlag Barmen. Im Anschluss daran besuchte er die Abteilung Buchdruckerei in der Kunstgewerbeschule Barmen. Aber weil er Jude war, musste er diese Schule nach kurzer Zeit verlassen.
Im Zuge der antijüdischen Gewaltaktionen im November 1938 wurde Werner Dahl am 11. November 1938 verhaftet und am 16. November als „Schutzhaftgefangener“ ins Untersuchungs- und Gerichtsgefängnis Wuppertal eingeliefert. Vom 17. November bis 26. November 1938 war Werner Dahl zusammen mit seinem Vater Hugo im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 29700.
Nach seiner Rückkehr beschloss Werner Dahl, aus Deutschland zu emigrieren, und meldete sich am 3. Januar 1939 bei der Stadt Wuppertal nach London in Großbritannien ab. Aber dieser Plan scheint gescheitert zu sein, denn aus seiner Einwohnermeldekartei geht hervor, dass er sich wieder zurückgemeldet hat. Er versuchte die Auswanderung erneut, indem er die Grenze nach Belgien überschritt.
Doch dort wurde er aufgegriffen und als „unerwünschter Ausländer“ in verschiedenen Lagern interniert: 1940 im Flüchtlingslager Merksplas in der heutigen Provinz Antwerpen, in Hal (flämisch Halle), im Lager Marneffe und wieder in Hal.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien am 10. Mai 1940 wurde Werner Dahl in Brüssel verhaftet und nach Frankreich ausgeliefert.
Dort verbrachte man ihn in das Lager Saint-Cyprien in Südfrankreich. Es existieren Dokumente, die belegen, dass Werner Dahl am 7. September 1942 vom Sammellager Drancy bei Paris in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde. Vermutlich hat man ihn dort sehr bald ermordet. Sein offizielles Todesdatum gibt die französische Regierung mit dem 12. September 1942 an. Zu diesem Zeitpunkt war Werner Dahl 23 Jahre alt.
Seine Schwester Margarete und deren Mann Hans Frank wurden im Februar 1943 in Auschwitz ermordet, nachdem man sie aus dem Sammellager Westerbork bei Amsterdam dorthin deportiert hatte. Sein Vater Karl Hugo Dahl starb im Juni 1944 im jüdischen Krankenhaus in Brüssel an einer Kehlkopfoperation.
Nur seine Mutter überlebte den Holocaust und heiratete später Constantin van Schepdael.