Ingrid Buki
Ingrid Buki kam am 12. Januar 1932 in Wuppertal im Stadtteil Barmen zur Welt. Ihre Eltern waren der polnische Schneidermeister Josef Judor Buki aus Kutno, geboren am 22. September 1899, und seine Frau Sara Nora, geb. Eule aus Nowa Wies (deutsch: Neudorf), geboren am 12. August 1906. Die Eltern waren aus Polen nach Deutschland eingewandert, die Mutter zunächst nach Bochum, der Vater nach Barmen.
Die Familie Buki wohnte in Barmen in der Kemnastraße 19. Ingrid Buki war noch keine vier Jahre alt, als sie nach Düsseldorf in die Kölner Straße 315 umzogen. Hier wurde nun am 8. Mai 1936 Ingrid Bukis Bruder Josef geboren.
In der Nacht zum 10. November 11938 – Ingrid Buki war sechs Jahre alt, ihr Bruder zwei – wurde die Familie in ihrer Wohnung überfallen. Die Eltern wurden verhaftet und ins Polizeigefängnis eingeliefert. Aber glücklicherweise kamen sie am nächsten Tag wieder frei.
Später zog die Familie in das Haus Jahnstraße 41.
Am Montag, den 10. November 1941 musste Ingrid Buki mit ihrer Mutter und ihrem Bruder zum Bahnhof Düsseldorf-Derendorf kommen. Von dort wurden alle drei mit einem großen Transportzug für rund 1000 Menschen in das Ghetto von Minsk deportiert.
Der Name ihres Vaters stand nicht auf der Liste der Gestapo. Das ist vielleicht auf einen Schreibfehler zurückzuführen, weil Vater und Sohn denselben Vornamen hatten. Eine andere Überlegung ist, dass Ingrid Bukis Vater für eine längere Zeit in Polizeihaft war. Denn die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen besitzt ein Dokument, das einen Josef Buki als Häftling im „Krankenbau“ verzeichnet.
Niemand aus der Familie Buki hat den Holocaust überlebt. Als Ingrid Buki deportiert wurde, war sie neun Jahre alt.