Grete Meyer, geb. Bruch

  • Geburtsdatum: 18.01.1912
  • Geburtsort: Neviges
  • Wohnort:

    Hermann-Göring-Straße 46 (vormals Walther-Rathenau-Straße, heute Neumarktstraße)

  • Todesdatum: 09.06.1958
  • Todesort: Goch

Grete Bruch wurde am 18. Januar 1912 in Neviges als Tochter von Joseph Bruch und seiner Frau Sibilla, geb. Medel geboren. Ihr Vater war Kaufmann und betrieb ein Geschäft für Haushalts- und Küchengeräte.

Sie hatte eine ältere Schwester, Rosa, die 1904 geboren worden war. Vermutlich ließen die Eltern ihre Töchter auch das Kaufmannsgewerbe erlernen, damit sie das Geschäft später einmal übernehmen könnten.

Grete Bruch heiratete den Kaufmann Emil Meyer und wohnte mit ihm in Goch in der Mühlenstraße 5. 1937 wurde dort die Tochter Edith geboren, zwei Jahre später der Sohn Gideon. Aus beruflichen Gründen wohnte Grete Meyers Mann Emil in der Woche in Köln und kam nur zu den Wochenenden nach Hause.

Warum die Familie von Goch nach Wuppertal umziehen musste und dort in der „Hermann-Göring-Straße 46“ wohnen sollte – im Haus der Familie Tisch –, ist nicht klar. Freiwillig war dieser Umzug gewiss nicht.

Etwas merkwürdig ist die Tatsache, dass die ganze Familie von Düsseldorf aus mit dem Transport vom 11. Dezember 1941 in das Ghetto von Riga deportiert wurde. Vielleicht war sie noch immer in Goch offiziell gemeldet?

Grete Meyers Kinder, die vierjährige Edith und der zweijährige Gideon, konnten das Ghetto nicht überleben und kamen dort sehr bald um. Sie selbst und ihr Mann wurden von Riga aus noch in das Konzentrationslager Stutthof verbracht, wo Emil Meyer umkam. Grete Meyer überlebte auch diese Strapazen, bis sie auf einen so genannten „Todesmarsch“ gezwungen wurde. Der Historiker Frank Overhoff schreibt dazu:

„Auf dem Todesmarsch von Stutthof nach Oranienburg blieb sie schwer verletzt unbemerkt im Straßengraben liegen.

Grete Meyer überlebte auch dies und kehrte nach Goch zurück. Ihr Vater Joseph war im Dezember 1941 in Goch gestorben. Grete Meyer übernahm das Geschäft und heiratete 1946 erneut. „Schwer geschädigt durch die Zwangsarbeit im Ghetto Riga und KZ Stutthof, erkrankte sie bald schwer und starb 1958.“ Sie war 46 Jahre alt.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 627311, 627312 | Overhoff, Frank: Biografische Notizen zu Opfern der Shoah aus Langenberg, Neviges und Velbert, Velbert 2014, S. 42f. und S. 67f.