Meilach Josef Max Wassermann
Meilach Josef Max Wassermann wurde am 21. August 1894 in Polen in der Stadt Grodzisk geboren. Über seine Herkunftsfamilie ist nichts bekannt.
Verheiratet war Meilach Wassermann mit Dora Gitla Stryzewski (oder Strizewski), die im polnischen Grodzisk am 15. Januar 1903 geboren worden war.
Meilach Wassermann hatte eine Werkstatt in der Albrechtstraße 12 – so lautete jedenfalls die Adresse, die 1935 im antijüdischen „Boykottheft“ angegeben war (S. 26).
Es scheint, dass das Ehepaar keine eigenen Kinder hatte. Aber es nahm ein Pflegekind bei sich auf: Hans, geboren am 21. April 1930 in Frankfurt am Main.
Am Freitag, den 28. Oktober 1938, wurde Meilach Wassermann verhaftet und mit vielen anderen Juden polnischer Staatsangehörigkeit an die deutsch-polnische Grenze abgeschoben. Die polnische Regierung hatte der deutschen das Ultimatum gestellt, dass alle Juden, die seit mehr als fünf Jahren ununterbrochen im Deutschen Reich lebten, ihre polnische Staatsangehörigkeit automatisch verlieren würden, sollten sie nicht bis zum 31. Oktober 1938 ihre Pässe in Polen verlängern. Da Deutschland vermeiden wollte, rund 17000 staatenlose Juden zu beherbergen, wurden diese Menschen einfach zwangsweise abgeschoben.
In Polen verlieren sich seine Spuren. Er kehrte nie wieder zurück.
Meilach Wassermann war 44 Jahre alt, als man ihn aus Deutschland vertrieb.
Seine Frau Dora war nun plötzlich allein auf sich gestellt. Es gelang ihr, den Pflegesohn Hans noch mit einem Kindertransport außer Landes nach England bringen zu lassen. Dann machte sie sich auch auf den Weg nach Warschau, um ihren Mann zu treffen.
Hier verlieren sich ihre Spuren. Auch sie kehrte nie wieder zurück.
Der Pflegesohn Hans Wassermann nannte sich in England Harold Waterman.
Quellen
Yad Vashem: Gedenkblatt | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 246813, 604706, 604707