Hans Günther Simon
Hans Günther Simon wurde am 10. August 1922 in Elberfeld geboren. Seine Eltern waren Robert Josef Simon und Emma, geb. Bachenheimer. Seine Schwester Ruth Amalie war sechs Jahre jünger.
Privat wohnte die Familie Simon seit 1928 in der Gesundheitstraße 142. Günter Simons Vater betrieb zusammen mit seinem Onkel Hugo Simon die Handelsfirma „Abraham Simon Söhne“, Rohprodukten-Großhandel in Elberfeld in der Ernststraße 34 und 36. Die Firma kaufte Ware u.a. Schrott und Metallteile von Kleinhändlern auf und setzte diese bei Großfirmen wieder ab. Damit machte sie bis zur Wirtschaftskrise gute Umsätze, die aber in der Folge deutlich zurückgingen. Am 21. September 1932 waren die Simons in die Ernststraße 34 umgezogen – im Nachbarhaus wohnte der Onkel Hugo mit seiner Frau Bella und den Kindern Benno und Brunhilde, die ungefähr im selben Alter waren wie Günter und seine Schwester Ruth.
Ab 1940 musste Günter Simons Vater, der als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte, in einem Eisenwerk Zwangsarbeit leisten.
Zusammen mit seinen Eltern, seiner Schwester und seiner Tante Johanna Bachenheimer musste sich Günter Simon am Sonntag, den 26. Oktober 1941 zum Bahnhof Wuppertal-Steinbeck begeben. Von Wuppertal aus wurden sie zusammen mit ca. 200 weiteren Wuppertaler Jüdinnen und Juden zunächst nach Düsseldorf gefahren, wo sie eine Nacht auf dem Schlachthofgelände in Derendorf verbringen musste. Am nächsten Tag brachte sie ein Transportzug mit 20 Waggons und rund 1000 Jüdinnen und Juden aus dem gesamten Gestapobezirk Düsseldorf in das Ghetto von Łódź.
Im Ghetto von Łódź wurde die Familie gezwungen, mit weiteren Deportierten in das Zimmer 3 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einzuziehen. Dort wurde auch ihr ehemaliger Untermieter Siegfried Lorig untergebracht.
Am 5./6. Januar 1942 erhielt Günter Simons Vater Robert eine Zahlung über 5 Mark. Davon führte er zwei Drittel an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ ab. Anfang Mai 1942 bemühte er sich um die Zurückstellung von der für seine Familie vorgesehene Deportation in das Vernichtungslager Chełmno. Zunächst konnte er unter Hinweis auf seine Auszeichnungen im Ersten Weltkrieg und auf Günter Simons Arbeitsstelle in der Metallabteilung eine Zurückstellung vom IV. „Aussiedlungstransport“ am 7. Mai 1942 erreichen. Aber am 13. Mai 1942 wurden Günter Simon seine Eltern und seine Schwester aus dem Ghetto von Łódź „ausgesiedelt“ und am nächsten Tag in Chełmno ermordet.
Hans Günter Simon war 20 Jahre alt.
Bildnachweis
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal: Deportationsliste Łódź | Jakobs, Hildegard: Im Ghetto Litzmannstadt (Łódź). 1.003 Biografien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten, in Zusammenarbeit mit Angela Genger, Immo Schatzschneider und Markus Roos, hg. vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V., Essen 2011, S. 652