Robert Josef Simon

  • Geburtsdatum: 04.05.1894
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Beruf: Alteisenhändler, Rohproduktenhändler
  • Wohnort:

    Gesundheitstraße 142, Ernststraße 34

  • Todesdatum: 14.05.1942
  • Todesort: Vernichtungsstätte Chełmno

Robert Simon wurde am 4. Mai 1894 als Sohn von Abraham Simon und seiner Frau Jettchen, geb. Holstein in Elberfeld geboren. Er hatte noch zwei Geschwister: den Bruder Hugo und die Schwester Johanne.

Im Ersten Weltkrieg war Robert Simon von 1914 bis 1918 Soldat und wurde am 17. September 1918 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

1921 heiratete er Emma Bachenheimer aus Rauschenberg, und schon im nächsten Jahr wurde der Sohn Hans Günter geboren. Sechs Jahre später kam dann noch die Tochter Ruth Amalie zur Welt.

Privat wohnte die Familie Simon seit 1928 in der Gesundheitstraße 142. Robert Simon betrieb zusammen mit seinem Bruder Hugo Victor Simon die Handelsfirma „Abraham Simon Söhne“, Rohprodukten-Großhandel in Elberfeld in der Ernststraße 34 und 36. Die Firma kaufte Ware u.a. Schrott und Metallteile von Kleinhändlern auf und setzte diese bei Großfirmen wieder ab. Die Firma machte bis zur Wirtschaftskrise gute Umsätze, die aber in der Folge deutlich zurückgingen. Am 21. September 1932 war Simon mit seiner Familie in die Ernststraße 34 umgezogen – im Nachbarhaus wohnte Robert Simons Bruder Hugo mit seiner Frau Bella und den Kinder Benno und Brunhilde, die ungefähr im selben Alter waren wie seine eigenen Kinder.

Nach den antijüdischen Ausschreitungen im November 1938 musste Robert Simon sein Geschäft aufgeben und war erwerbslos. Seit dem 22. März 1939 wohnte bei der Familie Siegfried Lorig als Untermieter. Er wurde später mit ihnen deportiert.

Am 28. März 1939 musste Robert Simon, wie alle jüdischen Bürger, alle Metallgegenstände aus seinem Besitz beim Städtischen Leihamt abliefern. Seit 1940 wurde er von den Nationalsozialisten zur Zwangsarbeit verpflichtet, zuletzt bei der Firma „Alfred Mayer, Schrotthandel“ in Wuppertal-Oberbarmen. Sein Arbeitsbuch trug die Nummer 198/148884.

Zusammen mit seiner Frau, seinen Kindern und seiner Schwägerin Johanna Bachenheimer musste sich Robert Simon am Sonntag, den 26. Oktober 1941, zum Bahnhof Wuppertal-Steinbeck begeben. Von Wuppertal aus wurden sie zusammen mit ca. 200 weiteren Wuppertaler Jüdinnen und Juden zunächst nach Düsseldorf gefahren, wo sie eine Nacht auf dem Schlachthofgelände in Derendorf verbringen musste. Am nächsten Tag brachte sie ein Transportzug mit 20 Waggons und rund 1000 Jüdinnen und Juden aus dem gesamten Gestapobezirk Düsseldorf in das Ghetto von Łódź.

Schon zwei Wochen zuvor hatte Robert Simon eine Liste mit der gesamten Wohnungseinrichtung der Gestapo übergeben müssen. Im Ghetto von Łódź wurde die Familie gezwungen, mit weiteren Deportierten in das Zimmer 3 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einzuziehen. Dort wurde auch ihr ehemaliger Untermieter Siegfried Lorig untergebracht.

Am 5./6. Januar 1942 erhielt Robert Simon eine Zahlung über 5 Mark. Davon führte er zwei Drittel an die Solidargemeinschaft des „Düsseldorfer Kollektivs“ ab. Anfang Mai 1942 bemühte er sich um die Zurückstellung von der für seinen Familie vorgesehene Deportation in das Vernichtungslager Chełmno. Zunächst konnte er unter Hinweis auf seine Auszeichnungen im Ersten Weltkrieg und die Arbeitsstelle seines Sohnes Günther in der Metallabteilung eine Zurückstellung vom IV. „Aussiedlungstransport“ am 7. Mai 1942 erreichen. Am 9. Mai 1942 wurde Emma Simons Schwester Johanna Bachenheimer aus dem Ghetto von Lodz „ausgesiedelt“ und am nächsten Tag in der Vernichtungsstätte Chełmno ermordet. Robert Simon, seiner Frau und seinen Kindern widerfuhr dasselbe am 13. Mai 1942.

Er war 48 Jahre alt.

Quellen


Jakobs, Hildegard: Im Ghetto Litzmannstadt (Łódź). 1.003 Biografien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten, in Zusammenarbeit mit Angela Genger, Immo Schatzschneider und Markus Roos, hg. vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V., Essen 2011, S. 650