Herta Hanna Cleff, geb. Moses

  • Geburtsdatum: 12.08.1903
  • Geburtsort: Hamburg
  • Beruf: Arbeiterin
  • Wohnort:

    Neue Nordstraße 7, Lederstraße 2

  • Todesdatum: 04.12.1943
  • Todesort: Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Herta Hanna Moses wurde am 12. August 1903 in Hamburg als drittes Kind des Kaufmanns Siegfried Moses und seiner Frau, der Putzhändlerin Klara Simon geboren. Ihre Geschwister waren die 1898 geborene Schwester Jeanette und der im Oktober 1899 geborene Bruder Ludwig. Die Familie wohnte in Hamburg am Zeughausmarkt, ganz in der Nähe der Großeltern, später am Eppendorfer Baum. Hanna Moses` Vater führte eine Schuhwaren-Agentur. Klara Simons Mutter verstarb bereits im November 1914.

Im Dezember 1917 heiratete der Vater erneut, und zwar die aus Grebenau in Hessen stammende Jettchen Freund.  Wenige Monate später fiel Herta Moses` Bruder Ludwig, noch keine 19 Jahre als, als Soldat im Ersten Weltkrieg. Im April 1920 brachte ihre nun schon 40-jährige Stiefmutter Herta Moses` kleinen Bruder Ernst Ludwig Jacob zur Welt.

Hanna Hertha Moses besuchte die Israelitische Töchterschule in Hamburg, trat aber 1928 zum evangelischen Glauben über. Im selben Jahr heiratete sie Karl Hans Cleff, der ebenfalls evangelisch war, und zog mit ihm nach Wuppertal. Hier lebte das Paar in der Neuen Nordstraße 7. Am 14. August 1928 wurde der einzige Sohn Hans Ulrich geboren.

Nach der NS-Machtübernahme gerieten auch die Familien Moses und Cleff in Bedrängnis. Während ihre Geschwister emigrierten und auf diese Weise überlebten, wurden Hanna Hertha Moses` Vater und seine Frau im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Der Vater starb dort im Dezember, Jettchen Moses wurde am 15. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Hanna Hertha Cleff, durch ihren „arischen“ Ehemann besser geschützt, musste bei der Metallwarenfabrik Engel & Co. in Wuppertal Wichlinghausen Zwangsarbeit leisten. Aber am 4. August 1943 denunzierte sie die Geschäftsleitung von Engel & Co. schriftlich bei der Gestapo in Wuppertal: Sie hat ohne selbst bombengeschädigt zu sein, 14 Tage gebummelt, will Aufforderungen zur Arbeit von uns nicht erhalten haben. Der Gestapo-Beamte Ruhtz kommentierte dazu: Die Jüdin Cleff wurde wegen wiederholter Arbeitsbummelei zur Anzeige gebracht. Wegen der gleichen Handlung wurde sie am 16.4.1943 festgenommen und Schutzhaftantrag gestellt.“

Tatsächlich wurde Herta Hanna Cleff wegen dieser Bezichtigung, und obwohl eine ordnungsgemäße Krankmeldung vorlag, in das Konzentrationslager Auschwitz verbracht und am 4. Dezember 1943 ermordet. Sie war 40 Jahre alt.

Quellen


Albel, Ulla/ Bhatia, Lieselotte/ Nelles, Dieter/ Stracke, Stephan: Wir haben dort unsere besten Jahre verbracht… Aspekte der Zwangsarbeit in Wuppertal (Verfolgung und Widerstand im Wuppertal 4), Bocholt 2001, S. 30 | Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 12444 | https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=4882