Ernst Coppel
Ernst Coppel wurde am 22. Mai 1920 als Sohn des Rechtsanwalts Dr. Fritz Coppel und seiner Frau Ernestine (Erna), geb. Straus in Elberfeld geboren. Ein Jahr nach seiner Geburt kam seine Schwester Gertrud zur Welt.
Die Familie lebte in der Freyastraße 77 im Zooviertel. Ernst Coppels Mutter kümmerte sich um den Haushalt und die Familie. Nach dem Tod seines Vaters am 9. November 1937 zog seine Mutter, obwohl erst 44 Jahre alt, in das jüdische Altersheim in der Königstraße 73, die in der NS- Zeit in „Straße der SA“ umbenannt wurde. Seine Großmutter Ida Straus und andere Verwandte waren bereits 1933 nach Amsterdam in die Niederlande emigriert.
1939 ging auch Ernst Coppel nach Amsterdam. Der nun 19jährige wohnte dort unter mehreren Adressen, unter anderem in der Jan van Eijckstraat 24 II. Berufstätig war er wohl nicht. Für den 28. Juli 1940 – die Deutschen hatten die Niederlande vor zwei Monaten besetzt – ist ein polizeilicher Vorfall dokumentiert: Ernst Coppel meldete der Polizei den Diebstahl des Dynamos seines Fahrrads, während er auf der Sloterkade in der Nähe des Victoria-Kinos stand. Demnach wurde ein Dynamo unbekannter Marke im Wert von 3,50 Gulden gestohlen. Es konnte zwar kein Täter ermittelt werden, aber vermutlich war dieser Kontakt mit der Polizei die Gelegenheit, Ernst Coppel ins Sammellager Westerbork zu verbringen. Schon ein Jahr später verschleppte man ihn in das berüchtigte Konzentrationslager Mauthausen. Dort kam Ernst Coppel am 18. August 1941 um.
Er wurde 21 Jahre alt.
Die Internetseite der Gedenkstätte Mauthausen führt auch seinen Namen in ihrem „Raum der Namen“ auf: https://raumdernamen.mauthausen-memorial.org
Quellen
Gedenkbuch Mauthausen (https://www.mauthausen.nl/namenlijst/) | Arolsen Archives: Dokumente Mauthausen (DocID 1399605)