Felix Adler

  • Geburtsdatum: 26.03.1919
  • Geburtsort: Elberfeld (heute Wuppertal)
  • Wohnort:

    Marienstraße 58, Hombüchel 15a

  • Todesdatum: nach 12.07.1944
  • Todesort: Vernichtungsstätte Chełmno

Felix Adler wurde am 16. Januar 1916 in Barmen geboren. Sein Vater hieß Chaskel Wolf Adler, wurde aber Hermann genannt, „Herschel“ von seiner jiddischsprachigen Familie. Seine Mutter war Netty Nacha, geb. Adler, eine Schwester des bekannten Malers Jankel oder Jankiel (eigentlich Jakob, 26. Juli 1895 in Tuszyn, Russisches Kaiserreich-25. April 1949 in Aldbourne, Wiltshire, England).

Vermutlich waren die Adlers während des Ersten Weltkriegs, wie viele polnische und russische Jüdinnen und Juden, in den Westen aus Polen eingewandert.

Seit 1934 betrieb Felix Adlers Vater eine Hosenschneiderei in einer Werkstatt im Hinterhaus Hombüchel 15a in der Elberfelder Nordstadt.

Felix Adler hatte zwei Geschwister: Edith Ida, geboren 1916 in Barmen, und Rachela Helga, geboren 1922 ebenfalls in Barmen. Seit 1933 hatte die Familie, wie alle Jüdinnen und Juden in Deutschland, unter dem zunehmenden Verfolgungsdruck der Nationalsozialisten zu leiden. Felix Adlers Vater Hermann wird mit der Adresse Hombüchel 15a im nationalsozialistischen „Boykottheft“ von 1935 genannt (S. 4). Im Adressbuch von 1936 ist er allerdings mit der Adresse Marienstraße 58 verzeichnet – womöglich hatte er die Werkstatt verlegt.

Am Freitag, den 28. Oktober 1938, betraf die Familie ein großes Unglück: In der als „Polenaktion“ in die Geschichtsbücher eingegangenen großen Abschiebungsaktion wurden alle fünf Adlers verhaftet und an die deutsch-polnische Grenze nach Bentschen/ Zbąszyń abgeschoben.

Möglicherweise ist es Felix Adlers Eltern gelungen, danach noch einmal nach Wuppertal zurückzukommen, um wenigstens den Haushalt und die Werkstatt aufzulösen. Darüber gibt es unterschiedliche Aussagen.

Laut Adressbuch von 1940/41 wohnte zu dieser Zeit in der von den Adlers verlassenen Wohnung die jüdische Kommunistin Rita Gerszt, deren Mann Izchok als Widerstandskämpfer bereits 1936 verhaftet worden war und seitdem im Gefängnis saß.

Weiter geht aus den Akten hervor: Im Jahre 1941 zog Frau Irene Otto in die ehemalige Wohnung Adlers ein. Frau Otto sagte, dass sie längere Zeit mit einer städtischen Dienststelle verhandelt habe, die Wohnräume verwaltet habe, in denen früher Juden wohnten. Als sie die Wohnung in Augenschein nahm, hätten dort einige wertlose Möbel und verpackte Kisten gestanden. Sonst seien die Räume leer gewesen.

Familie Adler lebte vermutlich in Kalisch und wurde von dort in das Ghetto von Łódź deportiert. Am 12. Juli 1944 wurde Felix Adler mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern in die Vernichtungsstätte Chełmno deportiert und sofort vergast. Er wurde 25 Jahre alt.

Seine Tante Chaja Fajgenblatt, die den Holocaust überlebte, sagte nach dem Krieg aus, dass ihr Bruder Hermann („Herschel“), von Polen aus noch nach Paris entkommen sei. Aber nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen sei Hermann Adler dort verhaftet und deportiert worden, vermutlich in eins der Vernichtungslager in Polen.

Das Haus Hombüchel 15a wurde im Krieg zerstört. Der Eigentümer Erich Berger meldete deshalb nach dem Krieg eine Entschädigung an. Der Stadtdirektor Schwebinghaus, der den Fall bearbeitete, verdächtigte Erich Berger, ebenfalls Schneider von Beruf, sich Hermann Adlers Nähmaschinen nach dessen Deportation angeeignet zu haben.

Um hier keine Entschädigung an Hermann Adlers Erben zahlen zu müssen, behauptete die Wiedergutmachungsbehörde zynischerweise, dass Hermann Adler 1939 von Polen hätte zurückkommen können, um sein Eigentum zu verkaufen oder mitzunehmen und seine Ausreise nach Polen ordnungsgemäß zu regeln. Zu Recht mussten die Erben diese Behauptung bestreiten.

Quellen


Stadtarchiv Wuppertal: Akten für Wiedergutmachung 250730, 250418