
Hedwig Henriette Johanna Israel, geb. Baruch, gen. Hede
Hedwig, genannt Hede, Israel, wurde im Dezember 1893 als zweites Kind von Aron und Regina Baruch, geb. Meier, geboren. Sie hatten noch einen wesentlich älteren Bruder, Samuel, Jahrgang 1885. Über ihre Kindheit und Jugend ist bisher nichts bekannt.
1923 heiratete sie in Langenberg, heute ein Stadtteil von Velbert, den Rechtsanwalt Hugo Israel. Vielleicht hatten sie sich in Berlin während seines Jurastudiums kennen gelernt. Die beiden hatten zwei Kinder: Eva Regina, 1927 geboren, und den um ein Jahr jüngeren Bernhard, genannt Bernd. Zur Familie gehörte auch die Großmutter Regina Baruch, die mit der Familie ihrer Tochter in der Wohnung in der Kleinen Klotzbahn 12 lebte.
Hedwig arbeitete als Lehrerin, bis sie wegen der nationalsozialistischen Schikanen gegen die Juden diesen Beruf aufgeben musste und in ihrer Wohnung eine Schreibstube unterhielt. Noch im Frühsommer 1938 machte sie in Neu-Isenburg im Heim des Jüdischen Frauenbunds ein Praktikum, wohl um weitere Möglichkeiten zu bekommen, die finanziell angespannte Situation der Familie etwas zu verbessern. Auch ihr Mann Hugo musste 1935 seine Kanzlei aufgeben und arbeitete fortan als Masseur.
In ihrer Wohnung im Haus Kleine Klotzbahn 12 durfte die Familie Israel nicht länger wohnen bleiben. Sie wurde 1941 genötigt, in das Haus an der Briller Straße 34 zu ziehen, das der Familie Inow gehörte.
Von dort wurden Hedwig und Hugo Israel am 20. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Auf diesem Transport befand sich auch Hedwigs Mutter Regina, die in Theresienstadt am 29. April 1943 starb. Einige Monate später, am 3. August 1943 starb auch Hedwig dort. Ihr Mann Hugo wurde am 28. September 1944 nach Auschwitz verschleppt und ermordet.
Die Tochter Eva Regina war schon am 21. April 1942 als 15jährige alleine ohne ihre Eltern mit über 60 weiteren Juden aus Wuppertal nach Izbica deportiert worden.
Der Sohn Bernhard war der einzige, der emigrieren konnte: Er kam mit einem Kindertransport nach England und starb dort 1961.
Seit 2010 liegen vor dem Haus in der Kleinen Klotzbahn 12 drei Stolpersteine für die Familie Israel.


Bildnachweis
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
- Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Quellen
Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal; Mauss, Susanne: Nicht zugelassen. Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 219-221; Langenberger Kulturlexikon, S. 203 (https://www.yumpu.com/de/document/read/5682414/langenberger-kulturlexikon-unter-der-muren); Deportationsliste; Overhoff, Frank: Biografische Notizen zu Opfern der Shoah aus Langenberg, Neviges und Velbert, Velbert 2014, S. 23