Berta Haas, geb. Hirsch
Über Bertha Haas, geb. Hirsch, ist nahezu nichts bekannt. Geboren wurde sie am 5. August 1868 in Rheingönheim, einem heutigen Stadtteil von Ludwigshafen. Aus Ludwigshafen stammte auch Helena bzw. Karoline Hirsch, geboren am 27. Dezember 1877, die sich 1913 in Velbert niederließ und dort als Zimmermädchen arbeitete. Sollte diese eine Schwester von Bertha gewesen sein, so wären ihre Eltern der Handelsmann Samuel Hirsch, geb. 1843, und seine Frau Louise, geb. Herold, geb. 1844. Wann und warum Bertha Hirsch ins Wuppertal kam, ist genauso wenig bekannt wie die Identität ihres Mannes. Auf dem jüdischen Friedhof am Weinberg liegt das Ehepaar Max und Johanna Hirsch, geb. Stern begraben (C IX), gestorben 1913 bzw. 1933, aber ob das Bertha Haas‘ Schwiegereltern waren, ist nicht eindeutig.
Aus der Deportationsliste für Theresienstadt geht aber eindeutig hervor, dass Bertha Haas am Ende im Haus Gartenstraße 24 wohnte, das dem 1921 verstorbenen Josef Röttgen und dessen Frau Milli, geb. Salomon, gehörte. Milli Röttgen war rechtzeitig in die USA ausgewandert und starb 1943 in New York.
Im Haus Gartenstraße 24 lebten auch noch weitere Jüdinnen und Juden: die Eheleute Jakob Kaufmann mit seiner Frau Wilhelmine, Michael Max Neumann mit seiner Frau Meta, Karl Altgenug mit seiner Frau Rosa und schließlich Alfred Baum.
Am Montag, den 20. Juli 1942 musste Bertha Haas, zusammen mit den anderen sieben Bewohnerinnen und Bewohnern, das Haus Gartenstraße 24 mit ihrem Gepäck verlassen und sich zum Bahnhof Steinbeck begeben. 271 Personen aus Wuppertal, Remscheid, Solingen, Neviges, Velbert und Heiligenhaus mussten dort einen Zug besteigen, der sie zunächst zum Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf brachte, wo sie eine Nacht verbringen mussten. Früh am nächsten Morgen wurden in einem Massentransport insgesamt über 1000 Jüdinnen und Juden aus dem gesamten Gestapo-Bezirk Düsseldorf in das Ghetto von Theresienstadt bei Prag deportiert. Danach gab es praktisch keine Jüdinnen und Juden mehr in Wuppertal, nur noch die wenigen, die mit einem nichtjüdischen Partner verheiratet waren oder einen nichtjüdischen Elternteil hatten.
Am 8. Oktober 1942 starb Bertha Haas im Ghetto Theresienstadt, vermutlich an Hunger, an Entkräftung und mangelnder Versorgung. Sie wurde 74 Jahre alt.